Erstellt am 06. Juli 2016, 04:00

von Claudia Stöcklöcker

Einbruchserie: „Ein Schrecken für Motorsägenhändler“. Auf Motorsägen hatte es eine ungarische Bande abgesehen. Für einen 33-Jährigen setzte es nun vier Jahre gesiebte Luft.

    |  NOEN, Landespolizeidirektion Burgenland

Als Kriminaltourist reiste ein 33-jähriger Ungar lange durch Österreich. In jungen Jahren fuhr er mit einem Pritschenwagen durchs Land und ließ unter Altwaren versteckt Kupfer mitgehen, 2011 fasste er Gefängnis aus wegen Motorsägendieb-stahls. Mehr als zehn Jahre verbüßte der Ungar bereits hinter schwedischen Gardinen, nun fasste er im Prozess in St. Pölten weitere vier Jahre gesiebte Luft aus (rechtskräftig).

Im Herbst 2015 schlug der 33-Jährige kurz nach Haftentlassung wieder zu. Mit einer Bande soll er bei zehn Blitzcoups in Niederösterreich und dem Burgenland Motorsägen im Wert von 80.000 Euro erbeutet haben. Mit einer Eisenstange schritt er dabei zur Tat, schlug Fenster und Türen von Geschäften ein, zu Sylvester wurde er in Waidhofen/Ybbs auf frischer Tat ertappt. Die Mittäter gaben Fersengeld.

Im Prozess gesteht der Ungar nur diesen Coup und einen zweiten in Purgstall.

„Der Angeklagte kommt aus dem grenznahen Celldömölk. Übersetzt heißt das Kleinmariazell. So heilig geht’s dort aber nicht zu. Dort gibt es mafiose Banden, der Ort ist ein Schrecken für österreichische Motorsägenhändler“, weiß Staatsanwalt Patrick Hinterleitner.

Auch Ermittler hatten ihre Not mit den Kriminellen aus der 11.000-Seelen-Stadt. „Sie wechseln ständig ihre Familiennamen. Deswegen wurde bereits nach Spitznamen ermittelt, denn die ändern sich nie“, so der Ankläger.