Erstellt am 05. November 2015, 05:42

WasserCluster: Winzige Alge, großer Einfluss. Das vermehrte Auftreten von Goldalgen kann man in vielen Seen im Alpenraum beobachten – auch im Lunzer See. Die Erforschung dieses Phänomens wird nun unterstützt.

Schon seit Jahren top unter Niederösterreichs Badegewässern: der Lunzer See im Mostviertel.  |  NOEN, Foto: Westermann / NÖ Werbung

WasserCluster Mitarbeiter Csaba Vad bekam eines der begehrten, von der EU vergebenen Marie-Curie-Fellowships zugesprochen. Im Mittelpunkt seines Projekts steht die Erforschung von Goldalgen, die im Zuge des fortschreitenden Klimawandels vermehrt auftreten werden.

Verschiebungen in der Nahrungskette

Klein, aber oho. Eine Redensart, die auch auf das Plankton zutrifft. Denn so winzig die Kleinstlebewesen sind, so bedeutend sind sie für die Nahrungskette in Gewässern. Mit fortschreitendem Klimawandel wird es allerdings zu Verschiebungen in der Nahrungskette kommen, was wiederum nicht ohne Folgen für das Funktionieren von Gewässersystemen bleiben wird. Eine Thematik, der sich Csaba Vad intensiv widmet. Groß war daher seine Freude, als vor kurzem die Nachricht eintraf, dass sein Projekt „Chrysoweb“ im Rahmen eines Marie-Curie-Fellowships gefördert werden wird.

„Es wird prognostiziert, dass sich Goldalgen, die einen Großteil des pflanzlichen Planktons in Seen ausmachen können, mit der Klimaerwärmung stärker vermehren werden“, sagt Vad. „Warum das so ist und wie es sich auswirken wird, ist allerdings noch wenig erforscht.“

Gutes Jahr für die Goldalge

Heuer beispielsweise blühte die Goldalge „Uroglena“ besonders üppig und besonders früh. Die Goldalgen waren nahe der Wasseroberfläche als Trübung im Wasser wahrnehmbar, beim genauen Hinsehen konnte man viele kleine, weiße Punkte erkennen. Außerdem konnten feine Nasen beim Wasser einen leicht fischigen Geruch wahrnehmen. Dem Phänomen der Goldalgen wird man mit dem Projekt nun zwei Jahre lang nachgehen. Grundlage bilden einerseits Laborexperimente, andererseits Feldbeobachtungen. Der offizielle Startschuss ist für Februar geplant.