Lunz am See

Erstellt am 08. August 2016, 09:22

von Katharina Egger

Früher Pflicht, heute Hobby. Vergangenes Wochenende fand schon zum 19. Mal der Lunzer Webermarkt im Amonhaus statt. Rund zwanzig Aussteller präsentierten und verkauften ihre gewebten, gefärbten, gefilzten oder bedruckten Handarbeiten und verwandelten mit ihrem bunten Treiben die Arkaden des Amonhauses zu einem belebten Markt.

Bedauerlicherweise waren heuer einige Aussteller verhindert, doch das minderte die Freude der Organisatorin Rosa Stängl über zwei neue Weberinnen kaum. Susanne Bläumauer aus Gaming und Beate Leitner aus Hermagor praktizieren nun das Weben als Hobby, welches früher von ihren Vorfahren aufgrund der damaligen Selbstversorgung notwendig war.

„Es war früher auch leichter an Rohmaterial zu gelangen, das man verarbeiten konnte, da Reste von den Fabriken verwendet wurden. Heute ist das etwas schwerer. Außerdem wird für das Weben – besonders für die großen Webstühle – viel Platz beansprucht und somit ist es nicht selbstverständlich, dass auch weitere Generationen dieses Handwerk als Hobby praktizieren.

Doch das Spinnen lebt weiter“, erzählt Rosa Stängl. Sie selbst bezieht die Schafwolle, die sie verarbeitet, aus der Gegend und kreiert mittlerweile auch mit Alpakawolle sämtliche Textilien.

Als Highlight des Wochenendes kamen die Alpakas von Reingard Winter-Hager und Herbert Hager auch zu Besuch. Neben dem Markttreiben gab es auch die Sonderausstellung zu Webmuster und im Lunzer Handarbeitsmuseum war die Ausstellung „gewebt, gefärbt, bestrickt – Textilien aus aller Welt“ geöffnet. Mit 1.762 gezählten Gästen wurde heuer ein Besucherrekord erzielt.