Erstellt am 18. November 2015, 05:03

von Christian Eplinger

Wie sich das Leben ändert. ;Der „Zuagroaste“ Hannes Höffert-Hösl recherchierte die Geschichte der Gemeinde St. Anton und präsentiert am Donnerstag das Ergebnis. 1.000 Jahre auf 160 Seiten.

Bürgermeisterin Waltraud Stöckl und Buchautor Hannes Höffert-Hösl freuen sich, dass das Werk »St. Anton an der Jeßnitz - Perspektiven einer Gemeinde in den niederösterreichischen Voralpen« noch im Landesausstellungsjahr fertiggestellt werden konnte. Am Donnerstag erfolgt die Buchpräsentation in der Mehrzweckhalle. Übrigens: Wussten Sie, dass Mitte der 90er-Jahre der Schlagerboden noch aus einem Drittel Ackerfläche bestand? Heute gibt es in der gesamten Gemeinde keine Ackerflächen mehr.  |  NOEN, Eplinger

Vor sieben Jahren hat ihn die Liebe von Tirol endgültig nach Wohlfahrtsschlag gebracht. Seitdem betreibt Hannes Höffert-Hösl sein Ingenieurbüro für Geographie und Landschaftsanalyse in St. Anton. Seine Leidenschaft für Karten und Landschaften war, neben seinem Schwiegervater und Bürgermeisterin Waltraud Stöckl, die Triebfeder für sein Buchprojekt über seine neue Heimatgemeinde.

„Es hat bereits mehrere Anläufe für eine Gemeindechronik gegeben, aber bislang wurde noch kein Projekt wirklich zu Ende geführt.

Mehr als zweijährige Recherche 

Daher freue ich mich umso mehr, dass wir im Landesausstellungsjahr doch noch ein Werk über unsere Gemeinde und deren Wandel im Laufe der Geschichte herausbringen können“, freut sich Bürgermeisterin Waltraud Stöckl. Dass ausgerechnet ein „Zuagroaster“ die Gemeindegeschichte aufarbeitet, sei vielleicht sogar ein positiver Aspekt. „Damit hat man auch einen gewissen Blick von außen“, sagt Stöckl.

Hannes Höffert-Hösl gesteht auch, dass es einige Zeit gedauert hatte, bis er sich in das Material eingelesen hatte. „Doch dann kann man fast nicht mehr aufhören.“ Die mehr als zweijährigen Recherchen brachten den Uni-Lektor vom Staats- und Landesarchiv bis hin zum Diözesan- und Gemeindearchiv sowie natürlich an den St. Antoner Wirtshaustisch.

„Wir veranstalteten Gesprächsstammtische, wo wir die St. Antoner um Material und Fotos baten“, schildert Höffert-Hösl. Mit Gerhard Kraushofer hatte er schnell einen Mitstreiter, Konrad Zellhofer brachte sich zudem mit echten St. Antoner Mundartausdrücken aus der Sammlung von Eva Grasberger ein: „Auntauni – So haben wir immer gesagt“.

Ferdinand Labuda war der erste Chronist

Aufbauen konnte Höffert-Hösl zudem auf die 1935 geschriebenen Bücher des ehemaligen St. Antoner Volksschullehrers Ferdinand Labuda. „Gigantisch, mit welch Akribie Labuda die Geschichte der Region handschriftlich auf Karten und Niederschriften dokumentiert und festgehalten hat“, ist Höffert-Hösl heute noch fasziniert.

Auf 160 Seiten beschreibt er in Wort und Bild (152 Fotos, 22 Karten und zahlreiche Abbildungen und Grafiken) die Geschichte der Gemeinde St. Anton, ihrer Landschaft, Kultur und Menschen. „Die ersten Aufzeichnungen gehen ins 10. Jahrhundert zurück. Damals gab es mit den Jeßnitzern die erste Herrschaftsfamilie, deren Besitzungen aber von den Gaminger Kartäusern aufgekauft wurden“, schildert Höffert-Hösl.

Buchpräsentation am 19. November

Den Ort St. Anton gibt es seit dem 17. Jahrhundert. Heute ist er dreigeteilt in den Süden (Der Talbauer), das Zentrum (Der Antonisee) und den Norden (Die Schlagerbodenschule). Im Buch finden sich aber auch Kapitel über den Naturraum St. Anton, eine Ötscherbär-Geschichte und Auszüge aus dem Tagebuch des Franz Loidelsbacher.

Die Naturparkgemeinde St. Anton lädt am Donnerstag, 19. November, ab 18.30 Uhr zur Präsentation des Buches „St. Anton an der Jeßnitz – Perspektiven einer Gemeinde in den niederösterreichischen Voralpen“ von Hannes Höffert-Hösl ein. Veranstaltungsort ist die Mehrzweckhalle in St. Anton/Jenitz.

Der Eintritt ist frei. Für die musikalische Umrahmung sorgen die Kracherlbuam. Das Buch ist bei der Präsentation und danach auch am Gemeindeamt St. Anton/Jeßntiz um 30 Euro erhältlich.