Erstellt am 18. Januar 2016, 12:13

von Karin Katona

Wiener Akademikerball: Jedes Jahr nie wieder. Filmemacher Paul Buchinger, der zehn Jahre lang in Wieselburg gelebt hat, drehte Film über den Wiener Akademikerball.

2.500 Polizisten rückten beim Akademikerball zum Schutz der Ballgäste und der Wiener Innenstadt vor Demonstranten aus. Der Film „Jedes Jahr nie wieder“ von Paul Buchinger und David Pichler dokumentiert die Akademikerball-Proteste.  |  NOEN, David Pichler

Mehr Demonstranten und Polizisten als Ballbesucher bevölkern jährlich anlässlich des Wiener Akademikerballs die Wiener Innenstadt. In ihrem Film „Jedes Jahr nie wieder“ beleuchten der Filmemacher Paul Buchinger und Kameramann David Pichler die Hintergründe der Proteste gegen die aktuell umstrittenste Veranstaltung Österreichs, den von der FPÖ organisierten Wiener Akademikerball in der Hofburg.

Als Anstoß zu seinem Film nennt Paul Buchinger „die mediale Hysterie und den zweifelhaften Urteilsspruch gegen den Anti-Akademikerball-Demonstranten Josef S., der 2014 in einem Schauprozess zu zwölf Monaten Haft verurteilt worden ist.“

„Publikum soll sich selbst Meinung bilden“

Buchinger und Pichler widmen sich nicht nur den Organisatoren der Akademikerball-Proteste, sondern gehen auch der Zielscheibe des Protests auf den Grund und zeigen in einem Porträt der Wiener Akademischen Burschenschaft Libertas Ideologie und Alltag deutschnationaler Verbindungsstudenten. „Meine Reportage bietet viele Hintergrundinfos. Es kommen Personen aus allen politischen Richtungen zu Wort. Ich möchte, dass das Publikum sich selbst seine Meinung bildet.“

Die Arbeit an dem Film habe ihn in seiner eigenen Ansicht bestätigt: „Zum Akademikerball erscheinen jährlich viele prominente Persönlichkeiten des rechtsextremen Spektrums.“ Die Proteste seien gegen den Ball als Symbol für die Geisteshaltung und antidemokratische Gesinnung seiner Besucher gerichtet.

Am 20. Jänner im Kino zu sehen

„Jedes Jahr nie wieder“ ist am Mittwoch, 20. Jänner, 19.30 Uhr im Kino mal vier Wieselburg zu sehen. Im Anschluss gibt es eine Diskussion mit Paul Buchinger und Christoph Altenburger vom Bündnis „Offensive gegen Rechts“. Die Veranstaltung wird von der halle2 in Kooperation mit dem Filmklub Wieselburg organisiert.