Erstellt am 17. November 2015, 05:03

von Christian Eplinger

Flüchtlings-Transitlager: Bis 30. November verlängert. Relativ warme Temperaturen und fehlende Alternativen führten zu einer Verlängerung des Transitlagers in Wieselburg um zwei Wochen. Danach ist aber Schluss.

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„Wir haben zugestimmt, da die Temperaturen eine Verlängerung zulassen. Aber egal wie das Wetter am 30. November ist, ab diesem Zeitpunkt ist bei uns definitiv Schluss. Das sind wir vor allem den Einsatzkräften schuldig. Denn deren Kapazitäten sind bei uns bis auf das letzte ausgereizt.“ Klare Worte, die Bürgermeister Günther Leichtfried am Sonntag gegenüber der NÖN äußerte.

Rotes Kreuz: "Keine Kapazitäten mehr"

So sehr sich beide Wieselburger Gemeinden und auch die Messeleitung für das Transitlager aussprechen, wollen sie die lokalen Einsatzkräfte nicht überfordern. Denn vor allem beim Roten Kreuz hält sich die Freude über die Verlängerung des Transitlagers in Wieselburg in Grenzen.

„Wir werden das Lager weiter organisatorisch leiten und das gut funktionierende Zusammenspiel mit Bundesheer, Caritas und Team Österreich koordinieren. Aber die Verantwortung für die Dienstplaneinteilung haben in den nächsten beiden Wochen die Bezirksstellen Amstetten und Waidhofen/Ybbs für uns übernommen. Wir haben dafür einfach keine Kapazitäten mehr“, gesteht Rot-Kreuz-Bezirkskommandant Franz Aspalter.

Suche nach Alternativ-Quartieren schwierig

Kapazitäten ist auch das Schlagwort, warum das Transitlager Wieselburg, wo seit 29. September über 12.117 Flüchtlinge versorgt worden sind, weiterbetrieben wird. Dem Landespolizeikommando fehlen nämlich geeignete Alternativ-Kapazitäten.

„Wir haben uns mit dieser Verlängerung einen Polster von 15 Tagen geschaffen, in denen wir weiter nach Alternativ-Quartieren suchen. Doch das ist nicht ganz einfach“, gesteht man beim Landespolizeikommando und sucht vor allem entlang der Süd-Route nach beheizbaren Notquartieren für bis zu 500 Personen.


Zahlen und Daten

Im Transitlager Wieselburg wurden seit 29. September 12.117 Flüchtlinge versorgt (rund 2.600 auch medizinisch), darunter rund ein Drittel Kinder. 161 Rot-Kreuz-Mitarbeiter (3.775 Einsatzstunden!), 148 Leute vom Team Österreich, 138 Helfer von der Caritas und 22 Ärzte (leisteten 260 kostenlose Stunden) engagierten sich bisher für die Flüchtlinge in Wieselburg. 9.000 Kilo Bananen und 40.300 Semmeln (Spende Haubis) wurden bereits verbraucht.