Wieselburg

Erstellt am 04. Mai 2018, 05:00

von Christian Eplinger

Schloss Weinzierl: Kleinod im Reigen der Musikfeste. Das Musikfest Schloss Weinzierl feiert heuer sein zehnjähriges Bestandsjubiläum und freut sich über immer mehr Stammgäste.

Kulturreferentin Christa Eppensteiner, Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf, FJ-Direktor Nationalratsabgeordneter Alois Rosenberger und Bürgermeister Karl Gerstl (von links) präsentierten in der Vorwoche im Schloss Weinzierl das detaillierte Programm für das Jubiläums-Musikfest, das von 10. bis 13. Mai über die Bühne geht.  |  Christian Eplinger

Vor mehr als 250 Jahren hat Joseph Haydn auf Einladung von Baron Karl Joseph von Fürnberg im Schloss Weinzierl die ersten Streichquartette verfasst und damit Musikgeschichte geschrieben. Die Bedeutung der Aufenthalte Haydns in Weinzierl für seine Karriere als Komponist, für die Entstehung der Wiener Klassik und für die Entwicklung der Kammermusik wird in der Haydn-Literatur gebührend gewürdigt, der Ort selbst blieb in der Kulturszene weitgehend unbekannt: Kaum jemand wusste, wo Schloss Weinzierl liegt beziehungsweise ob es überhaupt noch existiert.

Das sollte sich im Haydn-Gedenkjahr 2009 schlagartig ändern. Das renommierte Altenberg-Trio rief mit Unterstützung des Landes, der Gemeinde und des Francisco Josephinums das Musikfest Schloss Weinzierl ins Leben. Heuer feiert es sein zehnjähriges Jubiläum – und das auf höchstem Niveau. „Das Musikfest Schloss Weinzierl ist ein Kleinod im Reigen der Musikfeste. Hier treten Künstler auf, die man sonst nur bei den Salzburger Festspielen oder in ähnlichem Rahmen zu hören bekommt. Das wird von Künstlern und Publikum sehr geschätzt“, schwärmt Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf, einer der Unterstützer des Festivals der ersten Stunde.

Über 160 Künstler aufgetreten

Dabei war der Anfang etwas holprig. Denn in den ersten beiden Jahren war das Schloss Weinzierl selbst noch gesperrt. Seit der Renovierung und dem neuen Festsaal findet das Musikfest hier aber das perfekte Ambiente. Über 160 Künstler sind in den neun Jahren bisher schon in Weinzierl aufgetreten und haben um die 7.000 Besucher begeistert. Und auch heuer hat man mit dem erfolgreichen Minetti-Quartett besondere Künstler als „Quartett in Residence“ nach Weinzierl lotsen können.

Immer größer wird das Stammpublikum, wie FJ-Direktor Alois Rosenberger weiß: „Rund ein Drittel der Gäste haben schon ein Abo. Tendenz steigend.“ Dank des Hotels in Wieselburg wird das Musikfest auch zum touristischen Faktor. „Das Hotel in Wieselburg ist an diesem Wochenende zu zwei Drittel mit Gästen vom Musikfest ausgelastet“, berichtet Pernkopf.

Der gute Besucherzustrom ermöglicht überhaupt erst diese Veranstaltung. Denn vom Gesamtbudget von 75.000 Euro kommen mehr als 60 Prozent über die Eintrittsgelder herein. 12.000 Euro steuert das Land bei, der Rest kommt von Sponsoren.

„Für uns als Landgemeinde hat dieses Festival natürlich einen besonderen Stellenwert. Und uns freut vor allem auch, dass sich die Künstler so wohl in unserer Gemeinde fühlen und immer gerne wiederkommen“, betonen Bürgermeister Karl Gerstl und Kulturreferentin Christa Eppensteiner.