Erstellt am 01. Dezember 2015, 05:03

von Karin Katona

„Wir nehmen Sorgen und Ängste ernst“. Im BG/BRG Wieselburg wird diskutiert, ob man 2016 Sprachreisen nach Frankreich und England durchführen soll.

 |  NOEN, Symbolbild

Auf eine erlebnisreiche Woche Sprachferien in St. Malo in der Bretagne im Frühjahr 2016 hatten sich die Schüler der 6A des BG/BRG Wieselburg gefreut – seit den Terroranschlägen von Paris haben sich bei Eltern, Lehrern und Schülern viele Zweifel eingestellt.

Soll die Sprachwoche überhaupt abgehalten werden? Direktorin Sigrid Fritsch und ihre Kollegen wollen noch etwas abwarten: „Wir haben noch Zeit, die Kosten bleiben bis einen Monat vor Reiseantritt gleich. Erst dann werden Stornogebühren fällig. Bis dahin haben wir hoffentlich mehr Klarheit.“

Es gebe verständlicherweise Fragen und Ängste von allen Beteiligten: „Die reelle Gefahr lässt sich im Moment nicht leugnen. Zum jetzigen Zeitpunkt würden wir die Reise sofort absagen.“ Alternative Möglichkeiten sieht Fritsch nicht:

„Die französisch-sprachige Schweiz wäre unfinanzierbar.“ Es gebe auch Bedenken, ob man die Sprachwoche in England durchführen könne. „Unsere Reisen gehen zwar in kleinere Orte, aber wir werden uns auf den großen Flughäfen aufhalten. Wir müssen schauen, wie sich die Dinge in der Zwischenzeit entwickeln.“ Die Direktorin bedauert, die Kinder, die sich schon lange auf die Sprachferien freuen, eventuell enttäuschen zu müssen:

„Es ist schade, wenn man solche Dinge, die für die Kinder soviel Freude und Motivation bringen, streichen muss, aber die Sicherheit geht vor.“


Zum Thema: „Mehr Gedanken um die Sicherheit“

„Es gibt zwar aktuell trotz der Terroranschläge in Paris und der Terrorwarnung für Brüssel keine Reisewarnungen für Europa, aber die meisten Veranstalter bieten den Kunden trotzdem an, bereits gebuchte Reisen kostenfrei zu stornieren.

Die Nachfrage nach Städtereisen konzentriert sich auf Frühjahr und Herbst. Diese Reisen werden erst ab Ende Dezember gebucht. Ob die Nachfrage etwas rückläufig sein wird, lässt sich jetzt noch nicht abschätzen.

Stornierungen hatten wir noch nicht, aber einige Kunden, die längere Reisen, wie etwa Kreuzfahrten nach Asien oder in die Karibik machen, haben nachgefragt, ob die Länder, in die sie reisen, auch sicher sind. Wer jetzt auf Reisen geht, macht sich mehr Gedanken um die Sicherheit.“
Tanja Mittergeber, Reisebüro Kerschner, Wieselburg