Erstellt am 21. September 2015, 13:50

von Nina Pöchhacker

"Wollen einfach helfen". Gemeinde und Francisco Josephinum stellen der Diakonie eine Unterkunft zur Verfügung. In einem Schülerheim sollen maximal 25 Flüchtlinge Schutz finden.

Alois Rosenberger, Karl Gerstl, Andrä Rupprechter und Stephan Pernkopf (v.l.) stehen hinter der humanitären Hilfe in Pernkopfs Heimatgemeinde Wieselburg-Land.  |  NOEN

Das Land Niederösterreich sucht laufend Quartiere für die Unterbringung von Flüchtlingen. Die Gemeinde Wieselburg-Land wurde nun selbst aktiv und bietet der Diakonie eine Unterkunft für bis zu 25 Flüchtlinge an. Die Initiatoren – Direktor des Francisco Josephinum Alois Rosenberger, Bürgermeister Karl Gerstl, der zuständige Minister Andrä Rupprechter und Landesrat Stephan Pernkopf – sind sich einig: „Wir wollen einfach helfen. Damit leisten wir einen kleinen, aber einen wichtigen Beitrag für mehr Menschlichkeit.“ Gemeinde, Schule und Landwirtschaftsministerium taten sich für diese humanitäre Aktion zusammen.

In einem leeren Stockwerk eines Schülerheimes der Höheren Bundeslehranstalt für Landwirtschaft, Landtechnik und Lebensmitteltechnologie sollen 20 bis 25 Flüchtlinge, vorzugsweise Familien, Schutz finden. Professionell betreut werden die Menschen dann von der Diakonie. Auch der Lehrkörper und die Schüler sollen zusammenhelfen und vom interkulturellen Austausch profitieren. Beim Zusammenleben von Flüchtlingen und Schülern sieht Rosenberger „keine Probleme, da bereits die Schülervertretung eine ähnliche Aktion für Flüchtlinge starten wollte, ohne von den Plänen der Schulleitung gewusst zu haben.“ Das Stockwerk wird mindestens dieses Schuljahr und die darauffolgenden Sommerferien für Flüchtlinge freigehalten.

Prüfung der Räume steht noch an

Zurzeit handelt es sich nur um ein Angebot seitens der Gemeinde Wieselburg-Land. Die Räumlichkeiten werden in den nächsten Wochen von der Diakonie und dem Land Niederösterreich geprüft. Das Einverständnis von Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter – das Francisco Josephinum untersteht dem Landwirtschaftsministerium – holte man bereits ein. Ob die Diakonie das Angebot nutzen wird und ab wann die Menschen die Räume bewohnen werden, steht noch nicht fest. Die Initiatoren gehen von einer Unterkunft auf Zeit aus.

Bürgermeister Gerstl ist stolz auf die Menschen in seiner Gemeinde, von denen schon einige ihre Hilfe angeboten hätten. „Jede Gemeinde muss ihren Beitrag leisten. Ich gehe davon aus, dass die Diakonie das Angebot nutzen wird und es zu einem positiven Ende für alle kommt“, so Gerstl.