Erstellt am 12. Januar 2016, 05:03

von Christian Eplinger

„Zusammen, was zusammengehört“. Stadt-ÖVP sammelt Unterstützungserklärungen für ein gemeinsames Wieselburg: „Zwei Gemeinden nicht mehr zeitgemäß.“

»Wieselburg - Stadt und Land zusammen«. Mit dem Thema Gemeindezusammenlegung prescht die ÖVP Wieselburg Stadt zu Jahresbeginn nach vor. »Legen wir zusammen, was ohnehin schon lange zusammengehört«, fordern ÖVP-Stadtparteiobmann Andreas Platzer (links) und sein Stellvertreter Werner Tazreiter. Bei drei Informationsständen am 12., 13. und 19. Februar wollen sie darüber mit der Bevölkerung diskutieren. Außerdem soll es auch elektronisch via Facebook und der Petitionsplattform »www.change.org« (Suchabfrage Wieselburg ) einen regen Austausch mit der Bevölkerung geben.  |  NOEN, Eplinger

Just zu Beginn des Jahres, in dem die Stadt Wieselburg ihr 40-jähriges Stadterhebungsjubiläum feiert, heizt die Stadt-ÖVP die Diskussion um ein geeintes Wieselburg neu an. „Zusammen, was schon längst zusammengehört“, fordert ÖVP-Stadtparteiobmann Andreas Platzer und will dieser Forderung mittels Unterschriftenaktionen und digitaler Petitionsplattform mehr Nachdruck verleihen.

"Gemeinsam stärker und effizienter"

„Unser großes Ziel ist die Vereinigung der beiden Gemeinden Wieselburg Stadt und Land in dieser Legislaturperiode. Denn wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam stärker, effizienter und wirtschaftlicher zum Vorteil der Bürger beider Gemeinden arbeiten können“, betont Platzer.

„Für Außenstehende gibt es ohnehin nur ein Wieselburg. Ich glaube, wir sollten jetzt die Chance nutzen und diesen Zusammenführungsprozess starten. Derzeit haben wir so eine Reform selbst in der Hand, ansonsten wird es irgendwann einmal von oben kommen“, ist auch Platzers Parteiobmann-Stellvertreter Werner Tazreiter überzeugt.

Erste Rückmeldungen aus der Bevölkerung seien durchaus positiv, verkünden Platzer und Tazreiter und sehen jetzt den richtigen Zeitpunkt für diese Diskussion. „Wir haben drei weitere gemeinsame Großprojekte vor uns: den Neubau des FF-Hauses und des Bauhofes sowie die Umfahrung. Auch wenn die beiden Gemeinden sehr gut zusammenarbeiten, eine Gemeinde ist eine Gemeinde und würde vieles vereinfachen und verbessern“, sind sich Platzer und Tazreiter sicher.

Leichtfried und Gerstl: „Ja denkbar, aber ...“

Durchaus auf offene Ohren stoßen diese Überlegungen bei den beiden Bürgermeistern, auch wenn deren Freude über diese Offensive schaumgebremst ist. „Ich bin davon überzeugt, dass über kurz oder lang die beiden Gemeinden zusammengeführt werden. Aber für mich ist das kein parteipolitisches Thema, sondern dieser Wunsch muss von den Bürgern beider Gemeinden kommen“, sagt Stadt-Bürgermeister Günther Leichtfried (SPÖ) und will diese Diskussion vor allem auch im Dezember beschlossenen Bürgerbeteiligungsprojekt führen, das im Februar starten wird.

Als prinzipieller Befürworter von großen Einheiten deklariert sich auch Land-Bürgermeister Karl Gerstl (ÖVP). Aber er will diesbezüglich die Finanzausgleichsverhandlungen 2017 abwarten, denn wenn sich bei der Verteilung der Ertragsanteile und der 10.000 Einwohner-Grenze nichts ändert, dann müsse man sogar noch einen Schritt weitergehen: „Dann gehören auch Petzenkirchen und Bergland ins Boot geholt, denn dann würde sich das auch finanziell für die Gemeinden wirklich niederschlagen“, sagt Gerstl.



Zahlen & Daten

Wieselburg Stadt:
976 wurde die gemeinsame Pfarre Wieselburggegründet. Im 13. Jahrhundert entstand am linken Erlauf-ufer die Siedlung Wieselburg, an dessen Ostseite auch das Schloss errichtet wurde. Seit 1568 wird Wieselburg als Markt bezeichnet. Erst 1849 konstituierte sich die Ortsgemeinde Wieselburg bestehend aus derKatastralgemeinde und dem Dorf Au (zusammen 418 Einwohner).

1913 kam es zur Vereinigung des Marktes mit Teilen der Ortsgemeinden Mitterwasser (Berg und Schacha) und der Ortsgemeinde Rottenhaus samt Zeil. Diese Gemeinde, deren Grenzen bis heute gleich geblieben sind, umfasste damals 1.874 Einwohner. Am 20. Februar 1929 erhielt Wieselburg das Marktwappen. Am 8. Mai 1976 erfolgte die Erhebung zur Stadt.

Heute leben am 5,43 km großen Gemeindegebiet der Stadtgemeinde Wieselburg 3.853 Haupt- und 680 Nebenwohnsitzer (Stand 1. Oktober 2015). Der Gemeinderat der Stadtgemeinde setzt sich aus 15 SPÖ-, 6 ÖVP- und 2 FPÖ-Mandataren zusammen. Die Einnahmen der Stadtgemeinde aus Ertragsanteilen beziehungsweise Kommunalsteuer lagen 2014 laut Statistik Austria bei 2,8 Millionen Euro beziehungsweise 4,2 Millionen Euro Kommunalsteuer. Das Gesamtbudget für 2016 beträgt 15,7 Millionen Euro.

Wieselburg-Land:
Die Gemeinde Wieselburg-Land wurde im Jahr 1967 durch Zusammenschluss der Kleingemeinden Gumprechtsfelden, Mühling, Marbach, Wechling und Weinzierl gebildet. Weinzierl ist Hauptort der Gemeinde Wieselburg-Land.

Es ist bereits 1030 nach Christi urkundlich erwähnt. Ein Vischer-Stich aus dem Jahr 1670 erbringt bildlich den Nachweis, über den Bestand des Schlosses Weinzierl und der Schlosskapelle.
Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 33,94 km. In der Gemeinde Wieselburg-Land wohnen 3.257 Personen mit Haupt- und 458 Personen mit Nebenwohnsitz.

Der Gemeinderat der Landgemeinde setzt sich aus 16 ÖVP-, 5 SPÖ- und 2 FPÖ-Mandataren zusammen. Die Einnahmen von Wieselburg-Land aus Ertragsanteilen und Kommunalsteuer lagen 2014 laut Statistik Austria bei 2,4 Millionen Euro und 500.000 Euro. Das Gesamtbudget für 2016 beträgt 6,8 Millionen Euro.