Erstellt am 02. Oktober 2015, 20:01

von Christian Eplinger

Zweite Nacht ohne Flüchtlinge. Nachdem am Dienstag und Mittwoch insgesamt 657 Flüchtlinge je eine Nacht im seit Montag eingerichteten Transitlager Wieselburg verbracht hatten, ist es heute schon die zweite Nacht lang unbenützt.

 |  NOEN, Karin Maria Heigl
So wie bereits in der Nacht von Donnerstag auf Freitag herrscht auch heute Nacht absolute Stille im Flüchtlings-Transitlager am Messegelände Wieselburg. „Wir erhielten am Abend die Information, dass wir heute zu 90 Prozent keine Flüchtlinge mehr bekommen.

Damit konnte ich unseren Leuten und auch den Mitarbeitern der Caritas und  vom Bundesheer sowie von der Messe Bescheid geben. Die sind ja ständig alle Standby. Denn wenn Busse kommen, muss es bei uns schnell gehen“, erklärt Rot Kreuz-Bezirkskommandant Franz Aspalter, der die Leitung des Transitlagers inne hat.

Infrastruktur weiter verbessert

Ob am Wochenende wieder Flüchtlinge nach Wieselburg kommen, weiß Aspalter derzeit noch nicht. „Es scheint zurzeit in Nickelsdorf sehr ruhig zu sein, aber das kann sich natürlich rasch ändern. Wir sind weiter bereit“, weiß Aspalter. Inzwischen nutzte man die Zeit, um die Infrastruktur im Flüchtlingslager zu verbessern.

Es gibt seit heute im Lager WLan und auch zwei Duschcontainer mit Warmwasser und jeweils zwei Duschen sowie vier Waschbecken. „Das ist schon ein großer Vorteil, so besteht zumindest die Möglichkeit für Körperpflege, auch wenn man sich sicherlich länger anstellen muss. Und das WLan ist für die Flüchtlinge in ihrer Situation einfach wichtig, um via Handy Kontakt zu Familie, Verwandten oder Freunden herstellen zu können“, schildert Aspalter.

Spendenlager bleibt vorerst geschlossen

Inzwischen vorübergehend geschlossen ist das Sachspendenlager der Caritas. „Wir haben aktuell sehr viel auf Lager, sodass wir vorerst nichts weiteres annehmen können. Das kann sich aber nach dem Wochenende rasch ändern, wenn wieder neue Flüchtlinge kommen.

Die Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung ist enorm. Danke dafür und Danke an alle, die uns auch mit ihrer Zeit unterstützen wollen“, sagt Walter Reiterlehner, der vor Ort für die Caritas der Diözese St. Pölten das Spendenlager in Wieselburg organisiert (Infos dazu auch unter : www.facebook.com/CaritasStPoelten ).

Landesrat Pernkopf: „Bin stolz auf meine Heimat“

Vom guten Zusammenspiel aller Einsatzkräfte und der Freiwilligen überzeugte sich am Freitag auch Landesrat Stephan Pernkopf. „Ich freue mich, dass bislang in meiner Heimat Wieselburg alles so gut geklappt hat. Wir wollen versuchen, diesen Menschen so gut als möglich zu helfen. Das Transitlager in Wieselburg und das hier dargebotene Zusammenspiel der Kräfte gilt da mittlerweile schon landesweit als Vorbild“, weiß Pernkopf.

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