St. Valentin

Erstellt am 10. November 2017, 16:07

von Stephanie Turner

Franz Huber: Volkstanzbegeistert seit über 40 Jahren. Franz Huber ist Obmann der Volkstanzgruppe St. Valentin und gibt regelmäßig auch ehrenamtliche Schulungen, um das Brauchtum Volkstanzen zu erhalten.

Seine Frau Karoline lernte Franz Huber beim Tanzen kennen. Auch heute wirbeln die beiden nach 43 Jahren Ehe noch immer gerne miteinander über die Tanzfläche.  |  Privat

„Wenn man den Begriff Volkstanz wortwörtlich nimmt, dann ist es eigentlich das falsche Wort dafür. Denn es tanzt dabei ja nicht das Volk“, sinniert Franz Huber über sein liebstes Hobby. Wenn man im Duden das Wort „Volkstanz“ nachschlägt, wird dieser Begriff mit „volkstümlicher, im Volk überlieferter Tanz von nationaler oder landschaftlicher Eigenart“ erklärt.

Dieses Brauchtum zu erhalten, dafür setzt sich Huber ehrenamtlich mit Leib und Seele ein. Seit über 40 Jahren ist er der Obmann der Volkstanzgruppe St. Valentin und Tanzleiter in Niederösterreich bei der Volkskultur Niederösterreich, wo er regelmäßig Schulungen gibt.

1975: Volkstanzgruppe St. Valentin gegründet

Begonnen hat seine Leidenschaft für den Volkstanz bereits, als er ungefähr 16 Jahre alt war. „Balleröffnungen haben mich schon immer fasziniert. Irgendwann durfte ich sogar selbst die Choreografie dafür erstellen“, erinnert sich Huber. Da es zu dieser Zeit keine Volkstanzgruppe mehr gab, gründete eine Gruppe Jugendlicher, unter denen sich auch Franz Huber befand, im Februar 1975 die Volkstanzgruppe St. Valentin. Seitdem konnte sie unter ihrem Obmann Franz Huber immer wieder große Erfolge bei Auftritten oder Wettbewerben verzeichnen.

So führten sie Engagements in viele Regionen Österreichs, nach Belgien, Schweden, Finnland, Kroatien, in die Türkei, in den Vatikan nach Rom, nach Israel und Südtirol. Ein Höhepunkt war dabei der Auftritt bei der Eröffnung des Festspielhauses in St. Pölten. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Eröffnung der „Weltmeisterschaft Formation Latein und Show Dance Professionals Standard“ in Schwechat und für den Rudentanz zum Faschingsdienstag beim Sierninger Rudenkirtag.

Generationenproblem als Herausforderung

Wer sich so sehr engagiert, muss natürlich auch viel Zeit investieren. Für Huber ist das allerdings kein Problem: „Da ich mit meinen 63 Jahren bereits in Pension bin, kann ich mich voll und ganz dem Volkstanzen widmen. Auch die Familie hat nichts dagegen. Ganz im Gegenteil: Meine Frau Karoline habe ich damals beim Volkstanzen kennengelernt. Auch unsere Kinder und Enkelkinder engagieren sich für das Tanzen und die Musik.“

Eine Herausforderung bleibt allerdings das Generationenproblem zwischen jugendlichen Volkstänzern und den älteren Semestern. „Die Tradition bleibt natürlich, aber sie entwickelt sich auch weiter“, erklärt der Obmann die Differenzen. Wegen der eigenständigen Jungen Volkstanzgruppe in St. Valentin mangelt es der Volkstanzgruppe von Huber auch an jungen Neuzugängen. „Die Volkstanzgruppe veraltet langsam, dabei bringt das Tanzen so viel Freude und ist auch noch gut für die Gesundheit“, bedauert Huber, der selbst vorzeigt, wie Hobby und Ehrenamt perfekt in Symbiose existieren können.