Erstellt am 03. August 2016, 05:34

von Alexandra Eder

Wandern mit Respekt. Wer sich an gewisse Verhaltensregeln hält, kann Zwischenfälle zwischen Mensch und Tier auf der Alm vermeiden.

NÖN, Aleksandra H. Kossowska/Shutterstock.com

Auf einer oberösterreichischen Alm wurden im Juli eine Sennerin und ein Wanderer von einer Kuh angegriffen. Auslöser dafür war – wie fast immer, wenn es zu Zwischenfällen kommt – unbedachtes Verhalten der Menschen.
Offensichtlich wollten sich die Personen einem neu geborenen Kalb annähern, was das Muttertier als Bedrohung für ihr Junges verstand und mit einem Angriff reagierte. Derartige Situationen sind kein Einzelfall.
Dabei gibt es eine einfache Regel, an die sich Menschen halten sollten, wenn sie Weidetieren begegnen: Man sollte Kühen nicht zu nahe kommen.

August Bittermann vom NÖ Alm- und Weidewirtschaftsverein ergänzt diese Faustregel und weist auf das besondere Gefahrenpotenzial hin, wenn es um Jungtiere geht: „Wenn da ein Kalb steht, das lieb anzuschauen ist, gehen viele Leute hin und wollen es streicheln. Doch genauso wie bei anderen Tieren und auch bei Menschen weckt das den Schutzinstinkt der Mutter.“
Gerade Personen, die nicht oft in Kontakt mit den Weidetieren sind, verhalten sich oft falsch – fast immer unwissentlich.

Warntafeln sollen Bewusstsein schaffen

Durch das Aufstellen von Warntafeln will der NÖ Alm- und Weidewirtschaftsverein Wanderer auf die Gefahren beim Kontakt mit Kühen hinweisen. Unter anderem birgt das Mitführen von Hunden Risiken. Diese sollten unbedingt an der Leine gehalten werden, da sich Kühe von den bellenden Tieren bedroht fühlen. Nur wenn ein Weidetier zum Angriff ansetzt, sollte man die Leine freigeben, da sich Hunde im Normalfall schnell genug in Sicherheit bringen können. Bei einem drohenden Angriff bewegen sich Menschen am besten langsam aus der Gefahrenzone, ohne der Kuh den Rücken zuzudrehen.

NÖN, LK-NÖ Paula Pöchlauer



Im Ernstfall kann man sich gegen die Weidetiere wehren, indem man ihnen mit einem Stock einen Schlag auf die Nase versetzt.
Doch so weit muss es gar nicht erst kommen, weiß Bittermann: „Es ist immer besser, einen weiteren Weg zu wählen, um den Tieren ihre Ruhe zu lassen. Die paar Minuten Umweg sollte man in Kauf nehmen.“