Maria-Anzbach

Erstellt am 10. April 2018, 00:59

von Gila Wohlmann

Das Lama als Lehrer und Begleiter. Vier Lamas, vier Alpakas und eine Zoologin sind das perfekte Team für unvergessliche Wienerwaldwandererlebnisse.

Zoologin Astrid Herler ist überzeugt: „Lamas und Alpakas sind besonders faszinierende Tiere, die uns lehren, wieder Ruhe zu finden.“  |  privat

Lamayah – Natur sein bewusst erleben: Unter diesem Motto bietet Zoologin Astrid Herler im Wienerwald nicht alltägliche Wandererlebnisse für die ganze Familie an: Mit ihr kann man mit Lamas und Alpakas an der Hand die Natur kennenlernen, erfahren und erfühlen.

Herler hat sich mittlerweile als „Lama-Lady“ einen Namen gemacht. Die Zoologin, diplomierte Fachkraft für tiergestützte Aktivitäten und Fördermaßnahmen und auch Reiki-Lehrerin hat ihre große Leidenschaft in diesen zu den Kamelen zählenden Tieren gefunden. „Jedes Tier ist so wie der Mensch ein Individuum."

„Mit Achtung, Respekt und Vertrauen kann man viel Spaß, Freude und unvergessliche Momente erleben“, ist sie überzeugt, auch „dass die direkte Auseinandersetzung mit einem Tier innerlich viel bewegen kann und vor allem viel Freude bereitet.“ Daher möchte sie anderen ermöglichen, ihre Vierbeiner ganz nah, dabei aber stets sicher, zu erfahren.

Kennenlernrunde zur Vertrauensbildung

Bei einer Einstimmrunde mit den Tieren von rund 20 Minuten lernen die Teilnehmer den respektvollen Umgang mit den Vierbeinern, damit auch Personen, die bislang noch nicht so engen Kontakt zu diesen oder überhaupt Tieren hatten, rasch die Scheu verlieren.

„Ich habe für jeden das passende Lama oder Alpaka, egal, ob für Kinder, die gerne das Tier streicheln möchten, oder Erwachsene, die einfach nur mit dem Tier ein Stück durch die Natur marschieren wollen“, berichtet sie. Dabei ist sie immer darauf bedacht, das richtige Mensch-Tier-Duo zusammenzuführen. „Lamas und Alpakas sind sehr aufmerksam und richten sich auf ,ihren’ Menschen aus. Im Laufe der Lamawanderung gewinnen die Wanderer deren Vertrauen und finden heraus, was das jeweilige Tier braucht, um gemeinsam gut voranzukommen“, berichtet sie.

Das Kennenlernen der Natur hautnah mit Lamas und Alpakas ist gerade für Kinder ein besonderes Erlebnis. Lamas wie auch Alpakas sind Schwielensohler. Sie verursachen kaum Trittschäden und schonen die Grasnarbe.   |  privat

Die Strecke führt die Teilnehmer dann über Wald und Wiesen auf verschiedenen Routen durch die Natur. „Maximal acht Tiere, vier Lamas und ihre kleineren Verwandten, vier Alpakas, sind bei einer Tour unterwegs. Auch kurze Pausen, wo man viel über die Tiere erfährt, werden eingelegt. Bei Geburtstagsfeiern, Firmenausflügen oder wenn Schulklassen auf Lama-/Alpakatour sind, wird eine Rast beim Schutzhaus am Buchberg eingelegt.“

Doch Lamas sind für die Lama-Lady noch viel mehr als gesellige Wanderbegleiter. Sie weiß um deren hohen therapeutischen Effekt: „Sie stärken das Selbstbewusstsein, helfen den Menschen in einer stressigen Zeit runterzukommen und sich wieder selbst zu spüren. Sie fördern die Konzentration und Aufmerksamkeit, das Empathievermögen gegenüber Mensch und Tier sowie die Geduld.“

„Jedes Tier ist so wie der Mensch ein Individuum. Mit Achtung, Respekt und Vertrauen kann man viel Spaß, Freude und unvergessliche Momente erleben.“ Astrid Herler

„Grob- und Feinmotorik werden verbessert“, weiß sie, ebenso gefördert werden die Wahrnehmungsfähigkeit und die Gesundheit. „Der Blutdruck und die Herzrate werden verringert sowie die Oxytocinwerte bei Kontakt mit Tieren erhöht. Außerdem wird man fit durch Bewegung“, betont sie. Die Verhaltensforscherin hat ihre geliebten Vierbeiner seit vier Jahren täglich an ihrer Seite. „Lamas und Alpakas sind sanfte, aufmerksame Tiere, die mit ihrem Kindchenschema und ihrer unaufdringlichen Art Herzen schnell erobern können“, bringt sie ihre Faszination zum Ausdruck.

Bei ihren Touren möchte sie auch globales Denken vermitteln: „Wir sind Teil der Natur, von ihr abhängig. Viele der Probleme, denen wir heute gegenüberstehen, sind aus dem
Glauben heraus entstanden, dass ihre Ressourcen unendlich sind. Ich möchte erreichen, dass die Teilnehmer sich als Teil der Natur fühlen und diese achten.“