Erstellt am 22. Oktober 2015, 06:02

von NÖN Redaktion

Passende Wohnung im Alter. Seniorengerechte und barrierefreie Wohnungen werden immer gefragter und vom Land NÖ gefördert.

Eine Wohnung, in der man sich wohl fühlt und die zu einem passt: Da lädt man gerne Gäste ein und zeigt sie her!  |  NOEN, Astrid Götze-Happe

Der Start in die Pension erleichtert das Leben oft nur bedingt. Plötzlich ist man mit Fragen konfrontiert, über die man sich zuvor vielleicht nicht die größten Gedanken gemacht hat. Zwei dieser Fragen gibt es bei einer Vielzahl von Senioren: Ist meine Wohnung zu groß? Kann ich mir meine Wohnung in der Pension auch leisten?

Schwerpunkt "Betreutes Wohnen"

Sollte man sich diese Fragen stellen, gibt es in Niederösterreich verschiedene Möglichkeiten, um sich das Wohnen leisten und unbesorgt seinen Lebensabend genießen zu können.

Die niederösterreichische Wohnbauförderung nimmt sich mit dem Schwerpunkt „Betreutes Wohnen“ speziell den Wohnbedürfnissen der älteren Generationen an.

Beim Betreuten Wohnen liegt der Fokus ganz klar auf der Hilfe im Alltag. Je älter wir werden, desto öfters kommt es vor, dass wir im täglichen Leben verschiedene Dinge nicht mehr alleine bewältigen. Für diesen Fall will man die Gewissheit haben, dass jemand in der Nähe ist, falls Hilfe gebraucht wird. Klarerweise will dabei aber niemand seine Selbstständigkeit aufgeben.

Förderung für Seniorenwohnungen

Aus diesem Grund wird die Errichtung von Seniorenwohnhäusern, die den Ansprüchen der Seniorinnen und Senioren gerecht werden und dabei die besagte Selbstständigkeit nicht beeinflussen, durch gemeinnützige Bauvereinigungen vom Land Niederösterreich gefördert.

Die Eckpunkte dieser geförderten Seniorenwohnhäuser sehen folgende Punkte vor:

  • Die Wohnungen sind vorwiegend barrierefrei ausgeführt. Das heißt etwa, dass Alternativen zu Treppen wie Rampen und Aufzüge vorhanden sein müssen.

  • Ein Aufenthalts- beziehungsweise Gemeinschaftsraum steht zur Verfügung.

  • Das Objekt liegt bevorzugt im gut erschlossenen Ortsgebiet mit Anschluss an Infrastruktur, Nahversorgung, Freizeitgestaltung.

  • Gesundheits- und Sozialdienste stehen grundsätzlich zur Verfügung.

  • Die Wohnungen werden ausschließlich in Miete vergeben.

Die geförderten Seniorenwohnhäuser und die betreuten Wohnungen sind immer mit einer Wohnbaugenossenschaft gekoppelt. Hier gibt es verschiedene Anbieter. Viele Unternehmen werden auch von den einzelnen Gemeinden selbst betrieben. Für welches der zahlreichen Unternehmen man sich schlussendlich entscheidet, kommt nicht nur auf die verfügbaren Objekte an, sondern vor allem auch, in welcher Region Niederösterreichs man zukünftig leben möchte.

Gestiegene Nachfrage durch verbessertes Angebot

x  |  NOEN, www.BilderBox.com (www.BilderBox.com)
Denn nicht jede Wohnbaugenossenschaft baut im ganzen Land Häuser. Auf dem Immobilienmarkt sieht man aber, dass durchwegs bei jedem der bekannten Unternehmen Wohnungen frei sind oder gerade gebaut werden.

Karin Gerstbauer von „Alpenland“, einer der größten Wohnbaugenossenschaften in Niederösterreich, erkennt dabei eine klare Tendenz: „Durch die Verbesserungen der Angebote an barrierefreien, altengerechten Wohnungen und der Gesamtpakete mit Betreuung durch eine kompetente Organisation sowie die zentrale Lage ist auch die Nachfrage in den letzten Jahren gestiegen.“

Als Beispiel nennt sie das neue Projekt am St. Pöltner Siegfried-Ludwig-Platz, das im Dezember dieses Jahres eröffnet werden soll. Von den 61 dort geplanten Wohneinheiten sind nur noch eine Handvoll verfügbar, obwohl der Komplex noch nicht einmal fertiggestellt ist.

Pensionsbescheid oder Pflegebedürftigkeit als Voraussetzung

Um eine der Wohnungen beziehen zu können, muss entweder zumindest ein bewilligter Pensionsbescheid oder Pflegebedürftigkeit der Stufe 4 vorliegen.

Die Wohnungen sind zumeist 40 bis 80 m² groß und für eine oder zwei Personen konzipiert.
Insgesamt gibt es in Niederösterreich, über sämtliche Bezirke verteilt, derzeit 277 solcher Projekte, die die vom Land gestellten Kriterien erfüllen und damit seniorengerechte Lebensstandards garantieren.

Auf der Suche nach einer passenden Wohnung kann man sich entweder direkt an eine der Genossenschaften wenden oder sich über die NÖ Wohnbau-Hotline (02742/22133) einen ersten Überblick geben lassen. Dort werden die grundlegenden Dinge erklärt und im Bedarfsfall die passende Genossenschaft vermittelt.

Alle Projekte in der Übersicht: www.noe-wohnservice.at


Formen der Wohnungen für Senioren

Seniorengerechte Wohnungen
Eine Wohnung ist in erster Linie dann seniorengerecht, wenn ein barrierefreier Zugang möglich ist. Das heißt vor allem, dass es kein Problem sein darf, wenn man die Wohnung mit einem Rollstuhl oder Rollator erreichen will.

Außerdem dürfen keine Bodenschwellen vorhanden sein und die Dusche sollte bodengleich gebaut sein. Angebote die Einrichtung betreffen, die über die Barrierefreiheit hinausgehen, sind aber prinzipiell nicht verpflichtend, um eine Wohnung als seniorengerecht bezeichnen zu dürfen. Sie können aber für gewöhnlich mit dem Vermieter abgeklärt werden.

Trotz der bestehenden Grundkriterien ist es sicherer, eine fertige Wohnung in Betracht zu ziehen, als sich für ein Objekt in der Bauphase vorzumerken. So kann im Rahmen einer Besichtigung abgeklärt werden, ob auch wirklich alle persönlichen Bedürfnisse erfüllt werden.

Betreubares Wohnen
Das Betreubare Wohnen ist eine Art Zwischenschritt zum Betreuten Wohnen. Prinzipiell gelten dieselben Kriterien wie bei seniorengerechten Wohnungen. Darüber hinaus muss eine Betreuung rund um die Uhr zur Verfügung stehen und kann über eine verpflichtende Notrufanlage verständigt werden. Pflege- und Betreuungsleistungen wie etwa Seniorenturnen oder Essen auf Rädern können über Zusatzpakete beansprucht werden.

Betreutes Wohnen
Betreutes Wohnen unterscheidet sich vom Betreubaren Wohnen dadurch, dass ein größerer Teil der Zusatzleistungen bereits im Grundangebot vorhanden ist. Die Grenze zwischen den beiden Begriffen ist daher eher fließend.

Will sich der Vermieter mit seinem Angebot an noch eher rüstige Kundschaft wenden, so wird er es als Betreubares Wohnen bezeichnen. Bei Betreutem Wohnen wird er den Aspekt des Rundumservice ins Zentrum rücken. Es gibt zwar eine ÖNORM, die Betreutes Wohnen definiert, diese ist aber nicht rechtsverbindlich.

Grundsätzlich ist es daher empfehlenswert, sich beim Anbieter genau über die Kriterien zu erkundigen.