Erstellt am 05. Juli 2016, 13:07

von Christine Haiderer

Krebs bestrahlen. Die Technologie in der Radioonkologie bietet immer mehr Möglichkeiten. Auch in speziellen Situationen.

Am Uniklinikum Krems feierte die Abteilung Strahlentherapie-Radioonkologie von Anja Bayerl 10-Jahr-Jubiläum.  Foto: NÖN  |  NOEN

„Strahlentherapie ist neben Operation und Chemotherapie die wirksamste und am häufigsten eingesetzte Behandlungsmethode gegen Krebs“, so Landesrat Karl Wilfing beim 10-Jahr-Jubiläum der Abteilung Strahlentherapie-Radioonkologie des Universitätsklinikums Krems. Hier, wie auch am Landesklinikum Wiener Neustadt, wird mit Strahlen gegen Krebs gekämpft.

Und das passiert immer besser. „Wir haben eine rasante Entwicklung in der Technologie“, verrät Abteilungsleiterin Anja Bayerl. In der Behandlung werden sehr gute Ergebnisse erzielt. Die Nebenwirkungen werden weniger, die Lebensqualität der Betroffenen steigt. Hier spielt auch die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Berufsgruppen eine Rolle.

„Der Trend führt dahin, so klein wie möglich mit möglichst hoher Dosis zu bestrahlen“, so die Fachgruppenvorsitzende. Damit die Bestrahlung gut wirkt. Und keine Organe beziehungsweise Areale in der Nähe unnötig belastet werden, um Folgen wie Mundtrockenheit zu verhindern.

Voraussetzung, um exakt bestrahlen zu können, ist, genau zu wissen, wo der Tumor ist und welche gefährdeten Organe in der Nähe sind. Dazu wird der Tumor vorher im Rahmen einer Untersuchung lokalisiert. Eine spezielle Verknüpfung mit der Neurochirurgie in St. Pölten ermöglicht es, dass Chirurgen nach der Operation, direkt mit Krems verbunden, am Computer einzeichnen können, was ihnen aufgefallen ist.

Moderne Methoden ermöglichen es auch, dass auch bei der Bestrahlung der Tumor geortet wird. Das ist etwa bei einem Prostatakarzinom von Vorteil, das woanders liegen kann, wenn die Blase leer oder wenn sie voll ist.

Das umliegende Gewebe besonders schonen, wird übrigens auch das Ziel bei MedAustron in Wiener Neustadt sein. Bei bestimmten Krebserkrankungen wird es Sinn machen, hier behandelt zu werden, wie etwa bestimmte kindliche Tumore.