Erstellt am 20. März 2017, 09:08

Prostata: Was tun bei Beschwerden?. Wenn man(n) älter wird, verlieren nicht nur Augen und Ohren an Leistungsfähigkeit. Altersbedingte Veränderungen an der Prostata können zum Risikofaktor werden – es sei denn, sie werden rechtzeitig erkannt und richtig gedeutet.

Symbolbild  |  Shutterstock, Chinnapong

Viele Männer kennen sich mit dem Thema nicht genügend – oder sogar überhaupt nicht – aus: Eine Umfrage ergab, dass der Großteil der österreichischen Männer nur eine ungefähre oder gar keine Vorstellung davon hat, wo sich die Prostata befindet und wozu sie dient. Das ist allein schon vor dem Hintergrund alarmierend, dass Prostatakrebs bei Männern etwa um 20 Prozent häufiger vorkommt als Brustkrebs bei Frauen.

Symptome erkennen

Allerdings können von der Prostata ausgehende Beschwerden auch harmlosere Gründe haben. Eine vergrößerte Prostata ist bei Männern höheren Alters nichts Ungewöhnliches, das Organ kann dann beträchtliche Ausmaße annehmen: Bei jungen Männern hat es in etwa die Größe einer Kastanie, im Alter kann es im schlimmsten Fall größer als ein Pfirsich werden.

Zu den Symptomen, die bei einer solchen Prostatavergrößerung auftreten können, zählen zum Beispiel eine unterschiedlich ausgeprägte Blasenschwäche oder Schmerzen beim Wasserlassen. Dafür kann, neben dem normalen Wachstum oder einer Krebserkrankung, auch eine überaktive oder instabile Blase verantwortlich sein, die möglichen Gründe sind vielfältig. Nicht nur aus diesem Grund sollte man sich keinesfalls darauf verlassen, dass solche Anzeichen auf eine gutartige Vergrößerung der Prostata zurückzuführen sind.

Vorsorge ist unersetzlich

Spätestens sobald solche Symptome auftreten, sollte ein Arzt konsultiert werden. Aber auch Männer, die keine derartigen Beschwerden haben, sollten frühzeitig Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Gemeinhin gilt: Ab einem Alter von etwa 45 Jahren ist ein erster Check-up sinnvoll.

Das hat handfeste Gründe: Den Ergebnissen einer Studie zufolge haben Männer, die ein entsprechendes Screening durchführen lassen, ein um fast 30 Prozent geringeres Risiko, an Prostatakrebs zu sterben. Das liegt vor allem daran, dass die Heilungschancen bei einer frühen Erkennung von Prostatakrebs meistens sehr gut sind – je später die mutierten Zellen erkannt werden, desto schlechter sind die Aussichten auf eine vollständige Genesung.

Keine falsche Scheu!

Zu den verbreiteten Vorurteilen über Vorsorgeuntersuchungen zählt beispielsweise, dass diese schmerzhaft seien oder schlimmstenfalls zu Unfruchtbarkeit führen würden. Beides ist schlichtweg falsch. Die Untersuchung erfolgt durch ein Abtasten der Prostata, zusätzlich ist ein sogenannter PSA-Test durchführbar. Dafür wird Blut entnommen, das im Anschluss auf ein spezielles Eiweiß hin untersucht wird.

Eine erhöhte Konzentration des sogenannten "Prostataspezifischen Antigens" ist ein möglicher Hinweis auf eine Erkrankung. Sie kann aber auch andere Ursachen haben, dazu zählen ganz banale Dinge: So kann zum Beispiel Fahrradfahren den Wert kurzfristig erhöhen, und zwar dadurch, dass durch das Sitzen auf dem Sattel das gesamte Gewicht des Fahrers auf der Prostata lastet. An dieser Stelle noch der Hinweis darauf, dass die Annahme, Fahrradfahren mache unfruchtbar, ebenfalls jeglicher Grundlage entbehrt.

Jedenfalls gibt es keinen Grund dafür, Vorsorgeuntersuchungen zu meiden. Ganz im Gegenteil, denn sie können schließlich eine lebensrettende Maßnahme darstellen.