Erstellt am 16. Dezember 2015, 06:13

von Christine Haiderer

Tee aus alten Zeiten. Das Wissen um Kräuter und Gewürze der Hildegard von Bingen lässt sich heute noch entdecken und genießen.

Hildegard von Bingen beschäftigte sich schon im 12. Jahrhundert mit den Wirkungen von Kräutern.  |  NOEN, Sonnentor

Alte Weisheiten und Lehren gibt es nicht nur in Asien. Auch in Europa findet man sie. Insbesondere bei Hildegard von Bingen. Im 12. Jahrhundert beschäftigte sich die Klosterfrau mit der Wirkung von Kräutern und Gewürzen. Ihr Wissen über 230 Kräuter etwa schrieb sie im neunbändigen Werk „Physica“ nieder.

Viele Informationen daraus holt sich auch das Team von Sonnentor. Für die Hildegard-von-Bingen-Produktlinie. „Wir haben uns sehr intensiv mit der Lehre beschäftigt. Die Produktlinie baut darauf auf“, so Petra Schwanzelberger vom Produktmanagement.

Da gibt es etwa Gewürzmischungen und Waffeln, Öle und Kräcker, Kekse und Tees. „Viele Kunden kennen Hildegard von Bingen und schätzen ihre Lehre sehr. Sie suchen explizit diese Produkte.“ Deren Zusammensetzungen basieren auf dem alten Wissen, auf das Sonnentor-Gründer Johannes Gutmann auch immer wieder bei Besuchen in Klöstern gestoßen ist. So beschäftigte man sich mit dem Thema und die verschiedenen Produkte entstanden. Darunter auch einige, die in die Zeit rund um Weihnachten passen. „Es gibt viele Gewürztees in der Hildegard-von-Bingen-Linie für die stressige Jahreszeit, die Entspannungs- und Grippezeit.“ Wie zum Beispiel der Freier-Atem-Tee oder das Kuchen- und Keksgewürz.

Von Bertram, Salbei, Ysop und Dinkel

In den Produkten unter anderem enthalten ist Dinkel. Auch darüber schrieb Hildegard von Bingen bereits in der „Physica“. Und: „Bertram, Salbei, Ysop sind klassisch“, so Schwanzelberger. „Ein klassischer Tee ist auch der wärmende Hildegard-Tee.“ Neu ist der Starker-Wille-Tee. Er enthält unter anderem Galgant, Fenchel und Brennnessel. Also, „Kräuter, die auch Hildegard von Bingen verwendet hat“.

Apropos Tee: „Ein Teil der Tees richtet sich nach der Elementenlehre“, so Schwanzelberger.

„Für Hildegard von Bingen sind wir Menschen und die Natur um uns herum aus Erde, Wasser, Luft und Feuer gemacht“, verrät die Hildegard-Fibel von Sonnentor. „Das Verhältnis dieser Elemente leitet Energien, zeigt typische Eigenschaften und Charaktere: warm, kalt, feucht, trocken, ruhig oder bewegt und goldrichtig im harmonischen Fluss.“ Sie setzte auf die Ausgewogenheit der körpereigenen Säfte, denen Kräfte und Vitalität zugeschrieben werden. Es geht darum, alles in Balance und ins Fließen zu bringen.

Dem ruhigen, genießenden Phlegmatiker wird etwa das kalt-feuchte Element Wasser zugeschrieben. „Um seinen Energiefluss anzukurbeln, tun ihm warme, trockene und leicht verdauliche Lebensmittel in kleinen Mengen sowie wärmende, leicht scharfe Gewürze, bittere und herbe Geschmäcker besonders gut“, ist in der Fibel weiter zu lesen. Zum Beispiel in Form des Starke-Wille-Tees oder der herzhaften Paprika-Gewürz-Blüten-Mischung. Er braucht also Feuer.

Choleriker wiederum stehen im Zeichen des Feuers und brauchen Wasser. Sanguiniker (Luft) verlangen nach Erde und Melancholiker (Erde) nach Luft.