Erstellt am 15. März 2016, 05:49

von NÖN Redaktion

„Patienten nicht im Regen stehen lassen“. Bernhard Koller, Arzt für Allgemeinmedizin in Aspangberg-St. Peter, über veränderte Rahmenbedingungen.

 |  NOEN

Weil es bisher keinen Nachfolger gibt, arbeiten Sie weiter. Wieso?

Koller: Ich kann nach 33 Jahren meine Patienten nicht im Regen stehen lassen. Die Kollegen im Sprengel schaffen es zeitlich nicht, sie mitzubetreuen. Solange meine Frau noch als Ärztin aktiv und damit die Ordination in Betrieb ist, kann ich noch als Arzt tätig sein.

Warum denken Sie, ist es so schwierig, einen Nachfolger zu finden? Gerade hier?

Koller: Die Gegend wäre ideal. Wir haben eine Autobahn- und Zugsanbindung, gute Luft … Aber es ist keine Stelle mit Hausapotheke. Und: Die Ansichten der jungen Kollegen haben sich geändert. 70 Stunden Arbeitszeit pro Woche plus Wochenenddienst wollen sie nicht mehr. Sie wollen ein Wochenende. Darüber hinaus arbeiten heutzutage meist beide Partner. Arbeitet einer davon in der Stadt, ist es kaum machbar, aufs Land zu ziehen.

Und auch der Arztberuf hat sich verändert?

Koller: Die Verantwortung ist gestiegen, der Zeitaufwand für Administration und Dokumentation ebenso. Dazu kommen Auflagen für die Barrierefreiheit, das verschärfte Hygienegesetz, das Medizintechnikgesetz und die Registrierkasse mit Belegerteilungspflicht.