Erstellt am 24. Oktober 2015, 06:02

von NÖN Redaktion

E-Bikes: Neue Freiheit auf zwei Rädern. Elektro-Fahrräder bieten gerade Senioren bequem und bis ins hohe Alter mobil zu sein. Doch für ein sicheres Vergnügen ist eine gute Beratung beim Fachhändler und Übung unumgänglich.

Polizist Christian Schöberl hat zum Training für Senioren mit Elektro-Fahrrädern geladen. Der Türnitzer Alt-Bürgermeister Franz Auer nahm das Angebot gerne an.  |  NOEN, Schwaiger
Sie sind bequem, flink und beliebt: Elektro-Fahrräder. Gerade der älteren Generation ermöglichen sie Mobilität bis ins hohe Alter. Dennoch: Auch das E-Bike-Fahren bedarf Übung und keine Selbstüberschätzung.

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) stellt derzeit auf diesem Sektor Untersuchungen zu Unfallursachen und -hergängen an. Klaus Robatsch ist Forschungsleiter beim KfV. „Mittels verschiedener Kameraeinstellungen und GPS-Daten wird das Fahrverhalten von Elektro-Fahrradlenkern über 50 Jahre, aber auch jüngerer Personen, verglichen“, schildert er.

Anfängliche Umstellung

Damit das Elektrofahrradfahren auch für Senioren zum perfekten Vergnügen wird, hat sich der Türnitzer Polizist Christian Schöberl etwas Besonderes einfallen lassen: ein Training mit Elektro-Fahrrädern für die Generation 50+. Dafür hat er sogar Leih-Elektrofahrräder mitgebracht.

Grund seines Angebots: Er will unnötigen Unfällen vorbeugen. Was ihm aufgefallen ist: „Die meisten Lenker sind bislang nur auf herkömmlichen Fahrrädern unterwegs gewesen. Man kann aber mit einem E-Bike nicht wie mit einem herkömmlichen Fahrrad losfahren.

Da der Elektro-Antrieb verzögert, aber dann mitunter umso heftiger einsetzt, muss man gerade in der Startphase aufpassen!“ Beim Bremsen verhalte es sich genau umgekehrt, „da sich der Antrieb nicht sofort stoppen lässt“. Auch hier ist korrekter Umgang gefordert.

Gleiche Bestimmungen wie beim Fahrrad

Ebenso wird oft das doch höhere Gewicht eines E-Fahrrades unterschätzt, wiegt es doch zwischen 20 und bis zu 25 Kilogramm. Schöberl: „Eine entscheidende Rolle spielt dabei aber auch die Positionierung des Akkus. So kann dieser das Fahrverhalten und den Umgang damit entscheidend beeinflussen. Nicht zuletzt darf man die erreichbare Geschwindigkeit nicht unterschätzen.

Für Lenker von Elektro-Fahrrädern gelten im Straßenverkehr die gleichen Bestimmungen wie für einen Lenker eines normalen Fahrrades (Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr benötigen einen Radhelm). „Ein Elektro-Fahrrad darf überall dort fahren, wo ein normales Fahrrad auch fahren darf“, informiert dazu Abteilungsinspektor Kurt Baumgartner von der Landesverkehrsabteilung der Landespolizeidirektion Niederösterreich.

Polizist Schöberl und Forschungsleiter Robatsch sind sich einig: „E-Fahrräder bieten mobilen Komfort, aber es ist wichtig, sich langsam daran zu gewöhnen.“

Die Beratung von einem guten Fachhändler sollte daher immer lange vor dem ersten Tritt in das E-Pedal erfolgen.