Erstellt am 16. September 2015, 12:57

von APA/Red

NÖ Kliniken mit Aktionen beim "1. Tag der Patientensicherheit". Krankenhaushygiene zur Vermeidung von Infektionen ist das Schwerpunktthema des von Österreich, Deutschland und der Schweiz initiierten ersten Tags der Patientensicherheit, an dem sich die NÖ Spitäler am Donnerstag - mit Aktionen u.a. im Universitätsklinikum St. Pölten - beteiligen.

Trotz Kündigung der acht Notärzte im Steyrer Landesklinikum sei die notärztliche Versorgung in und um Steyr gesichert, betonen die Verantwortlichen. Foto: LKH Steyr  |  NOEN, LKH Steyr
Im Fokus steht die Bewusstseinsbildung, was Ärzte, Pflegepersonal, Patienten und Angehörige dazu betragen können. Bis zu 30 Prozent der Infektionen nach Operationen oder Behandlungen ließen sich durch Hygienemaßnahmen verhindern - beginnend beim Hände-Desinfizieren, unterstrich Landesrat Karl Wilfing (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in St. Pölten. Die Landeskliniken-Holding habe in den vergangenen Jahren im Bereich Patientensicherheit große Anstrengungen unternommen, verwies er auf das eingeführte Qualitäts-, Risk- und Entlassungsmanagement, Fortbildungsangebote und auch Fachschwerpunktsetzungen in den einzelnen Häusern - je höher die Fallzahl, desto größer sei die Routine der Ärzte.

Seit 2010 alle Behandlungsergebnisse erfasst und analysiert

Bereits seit 2010 würden in Niederösterreich alle Behandlungsergebnisse erfasst und analysiert, was mittlerweile bundesweit verpflichtend ist. Patientenanwalt Gerald Bachinger bezeichnete die externen Audits der Ergebnisqualitätsmessung als "Revolution an Offenheit". In punkto Patientensicherheit sei man auf dem richtigen Weg. Eine "Nullfehlersituation" werde es allerdings nie geben, aber es gelte, die Latte möglichst hoch zu legen und Fehlerpotenziale zu erkennen. Dazu soll laut Wilfing auch ein Pilotprojekt an zehn Krankenhäusern beitragen, wo Mitarbeiter anonym Fehler oder "Beinahe-Vorfälle" melden und Verbesserungsvorschläge einbringen können.

Ähnlich wie Piloten am Flugsimulator können Ärzte und Pflegemitarbeiter im Simulationszentrum am Landesklinikum Hochegg kritische Situationen realitätsnah trainieren. Simulationsausbildung im Bereich Laparoskopie gibt es in Krems. An weiteren Initiativen nannte der Landesrat ein Onkologie-Informationssystem und die elektronische medizinisch-pflegerische Dokumentation inklusive elektronischer Fieberkurve, die derzeit in Wiener Neustadt, Scheibbs und Hainburg getestet werde.

Qualitätsstandards, Organisation und Strategie

Hinsichtlich Hygiene seien Qualitätsstandards, Organisation und Strategie erarbeitet worden, sagte Bachinger. Wichtig sei, dass diese vor der Umsetzung stehenden Empfehlungen verbindlich würden.