Erstellt am 19. Februar 2016, 12:21

von Eva Hinterer

Notarztversorgung wird neu ausgeschrieben. In einer gemeinsamen Pressekonderenz haben die Landesräte Wolfgang Sobotka (VP, Finanzen), Maurice Androsch (SP, Gesundheit) und Karl Wilfing (VP, Landeskliniken) die Neuorganisation des Notarztwesens in NÖ verkündet.

Die Landesräte Maurice Androsch, Wolfgang Sobotka (auch LH-Stellvertreter) und Karl Wilfing. Foto: Burchhart/NLK  |  NOEN, J. Burchhart
Bei über einem Fünftel aller Rettungseinsätze ist ein Notarzt dabei, pro 1.000 Einwohner gibt es in NÖ jährlich rund 23 Einsätze. Weil die bestehenden Verträge mit den Trägerorganisationen Rotes Kreuz und Arbeiter Samariterbund ASBÖ derzeit auslaufen, wird die Notarztversorgung jetzt neu ausgeschrieben.

Bezahlt wird sie vom Land NÖ. Man wolle natürlich, so Wolfgang Sobotka, den bestehenden hohen Standard halten und hoffe, dass sich die bisherigen Trägerorganisationen wieder bewerben.

Neue Einteilung: NÖ in acht Losen

Derzeit wird die Ausschreibung, die am 1.1.2017 startet, vorbereitet. Wichtigste Änderung ist die Einteilung des Bundeslandes in acht Regionen. Sie werden in acht Losen ausgeschrieben:
  • Los 1: Amstetten, Scheibbs, Waidhofen/Ybbs

  • Los 2: St. Pölten Stadt, St. Pölten Land, Lilienfeld, Tulln

  • Los 3: Melk, Krems Stadt, Krems Land

  • Los 4: Bruck/Leitha, Mödling, Baden

  • Los 5: Neunkirchen, Wr. Neustadt Stadt, Wr. Neustadt Land

  • Los 6: Gänserndord, Mistelbach, Korneuburg

  • Los 7: Horn, Hollabrunn

  • Los 8: Waidhofen/Thaya, Gmünd, Zwettl

Die Trägerorganisationen können sich los-weise bewerben: Wer das jeweilige Los zieht, hat für diese Region auch die Verantwortung. Ein Vorteil der Lose  bzw. der Einteilung in Regionen ist laut Sobotka, dass die Notarztversorgung dann nicht mehr an einzelne Stützpunkte gebunden sei.

Notärzte von 48-Stunden-Regelung ausgenommen

Die 332 Notärzte, die an den NÖ Landeskliniken beschäftigt sind, dürfen für notärztliche Einsätze ihre gesetzlich vorgeschriebene Arbeitszeit von 48 Stunden auch überschreiten. Voraussetzung ist, dass sie diese Tätigkeit freiberuflich ausüben. Diese Regelung wurde mit dem Sozialministerium ausgehandelt.

Landesrat Karl Wilfing betont, dass es die 48-Stunden-Arbeitszeitregelung für Ärzte in NÖ bereits seit 2012 gibt, daher habe man die organisatorischen Änderungen für den Notarztbetrieb zeitgerecht durchführen können. Ab heuer soll es neben den Notarzt-refresher-Kursen an den Kliniken eine Notarzt-Grundausbildung im Ausmaß von 80 Stunden geben.

Pilotprojekt der Flugretter

Ein Pilotprojekt läuft derzeit bei der Flugrettung: Hier wird ab Jänner 2017 bis Ende 2018 beim Hubschrauber "Christophorus 2" in Gneixendorf ein 24-Stunden-Nachtflugbetrieb getestet. Die Piloten fliegen dabei mit „Night Vision Goggles“, also Nachtsichtbrillen, die detaillierte grün-weiße Bilder liefern.

„Das System wurde erstmals bei der Snowboard-WM 2015 am Kreischberg in der Steiermark getestet“, sagt Landesrat Maurice Androsch. Wenn es Ende 2018 positiv evaluiert wird, könnte es in den Regelbetrieb übergehen.