Erstellt am 16. September 2015, 18:36

von Christine Haiderer

Sicherheit für Patienten. Am 17. September ist der erste internationale Tag der Patientensicherheit.

Markus Klamminger, Landesrat Karl Wilfing und Gerald Bachinger freuen sich über den ersten internationalen Tag der Patientensicherheit.  |  NOEN, NLK Johann Pfeiffer
"Hygiene und Vermeidung von Infektionen in Gesundheitseinrichtungen“ lautet das Motto des Internationalen Tages der Patientensicherheit, der heuer erstmals in Österreich, Deutschland und der Schweiz begangen wird.
Was Patientensicherheit überhaupt ist? Patientensicherheit hat das Ziel, bei einer ärztlichen Behandlung Fehler und damit Schäden für den Patienten zu verhindern.

Maßnahmen in verschiedenen Bereichen

Möglich ist das durch Maßnahmen in verschiedenen Bereichen. Zum Beispiel bei Medikamenten, Sturzgefahren oder auch im Bereich Hygiene. In Niederösterreichs Landeskliniken gibt es schon seit Jahren viele Initiativen, die zu mehr Sicherheit für Patienten beitragen. Wie zum Beispiel der Umstand, dass an manchen Standorten der Kliniken medizinische Schwerpunkte gesetzt werden. Dort werden dann ähnliche gesundheitliche Probleme häufiger behandelt und die Ärzte haben damit mehr Erfahrung. Auch wird das Ergebnis der Behandlungen in NÖs Kliniken seit Jahren gemessen. Tauchen statistische Auffälligkeiten auf, sehen sich Experten aus ganz Österreich diese an und geben Tipps zur Verbesserung.

Programm in zehn Kliniken in der Pilotphase

Ebenfalls im Zeichen der Sicherheit steht ein Programm, das in zehn Kliniken derzeit in der Pilotphase ist, und bei dem Mitarbeiter anonym Beinahe-Unfälle, potenzielle Fehlerquellen usw. melden können.
Fehler in Zukunft verhindern, ist auch das Ziel von Simulationszentren. In Hochegg etwa werden für Ärzte und Mitarbeiter kritische Situationen simuliert. So wird die Zusammenarbeit trainiert. Damit weniger Fehler passieren. In Krems wiederum dreht sich alles um Laparoskopie.

Um die Behandlung von Krebspatienten zu verbessern, gibt es das Onkologie-Informationssystem. Darin werden sämtliche Informationenm wie Behandlungsergebnisse, Fallbesprechungen usw. gespeichert, damit wenn etwa ein Patient in einem Krankenhaus operiert, dann aber in einem anderen behandelt wird, auch dort die Ärzte Zugriff auf alle wichtigen Infos haben.

Mehr Sicherheit bei der elektronischen Dokumentation

Um mehr Sicherheit geht es auch bei der elektronischen Dokumentation, die in drei Landeskliniken getestet wird. Dabei werden alle medizinischen und pflegerischen Tätigkeiten nicht mehr mit der Hand, sondern elektronisch gespeichert. So sind die Infos übersichtlich und gut lesbar.
Als Patient zu mehr Sicherheit beitragen

Doch nicht nur Gesundheitseinrichtungen können etwas für mehr Sicherheit für den Patienten tun. Auch Patienten und Angehörige können dazu beitragen. Im Bereich Hygiene etwa durch:

  • saubere Hände. Handhygiene ist eine wichtige Maßnahme zur Infektionsvermeidung.
  • ein Gespräch mit dem Arzt, wenn einen das Thema Krankenhaushygiene beunruhigt.
  • Beachtung von Anzeichen einer Infektion. Treten Rötungen, Schmerzen oder Flüssigkeitsaustritt an der Operationswunde oder bei der Kathetereintrittswunde auf, sollte man sofort dem Pflegeteam oder Arzt Bescheid geben.

Mehr Tipps und Infos: www.tagderpatientensicherheit.at/de/aktivitaeten_download.htm


Veranstaltungen am 17. September in NÖ:

  • Universitätsklinikum St. Pölten. Unter dem Motto „Hygiene - persönliche Schutzausrüstung“ zeigt ein Infostand Gegenstände der persönlichen Schutzausrüstung (10 bis 16 Uhr, Infocenter Haus B).
  • Rehabilitationszentrum Weißer Hof in Klosterneuburg. Es geht um Brandschutz, Hygiene, Patientenidentifikation und Qualitätsmanagement (11 bis 14 Uhr). www.tagderpatientensicherheit.at