Erstellt am 20. Juli 2016, 06:35

Zufriedene Wahlärzte. In NÖ bewerten Wahlärzte ihre Lebenssituation von allen Ärzten am besten. Gefolgt von Spitalsärzten und Kassenärzten.

Bei der Präsentation der Umfrage: Ronald Gallob, Kurienobmann der angestellten Ärzte, NÖ-Ärztekammerpräsident Christoph Reisner und Dietmar Baumgartner, Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte.  |  NOEN, Christine Haiderer

„Den Wahlärzten geht’s am besten“, so NÖ-Ärztekammerpräsident Christoph Reisner. Das zeigt die Umfrage der Ärztekammer NÖ, bei der im Frühling 13,5 Prozent der NÖ Ärzte mitgemacht haben.

94 Prozent der reinen Wahlärzte sind mit ihrer Lebenssituation (sehr) zufrieden. Die meisten haben sich bewusst dazu entschieden. Wahlärzte haben weniger Patienten, können selbst bestimmen. Viele brauchen aber ein zweites Standbein.

Arbeitsverdichtung bei Spitalsärzten

An zweiter Stelle liegen die Spitalsärzte. Mit 71 Prozent Zufriedenheit mit ihrer Lebenssituation und 55 Prozent Zufriedenheit mit ihrer Arbeitssituation. Letzterer Wert ist etwas niedriger als bei der Umfrage 2013. Ein Grund: „Wir haben eine extreme Arbeitsverdichtung“, so Ronald Gallob, Kurienobmann der angestellten Ärzte. Weitere Gründe sind schlechte strukturelle und organisatorische Gegebenheiten und die Verdienstmöglichkeiten. Wobei hier zu beachten ist, dass die Umfrage vor den erfolgreichen Spitals ärzteverhandlungen stattfand.

Die Kassenärzte hingegen sind nur zu 58 Prozent mit der Lebenssituation und zu 40 Prozent mit der Arbeitssituation (sehr) zufrieden. Sie versorgen immer mehr Patienten. Zudem: „Die Kassenärztinnen und Kassenärzte waren in den letzten Jahren am stärksten von bürokratischen Hürden und administrativen Ärgernissen betroffen. Und es ist derzeit kein Ende abzusehen“, erläutert Dietmar Baumgartner, Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte.