Erstellt am 31. Oktober 2015, 06:02

Für den Notfall bestens gerüstet. Was ist alles zu tun und zu beachten im Alter? Welche Dokumente sollte man zur Hand haben? Rechtsanwältin Alexandra Ehrenhöfer aus Wiener Neustadt gibt wertvolle Tipps.

Man sollte sich genau überlegen, ob man eine Vorsorgevollmacht errichten möchte. Damit bevollmächtigt man eine Person seines Vertrauens zur Besorgung konkret angeführter Angelegenheiten.  |  NOEN, Photographee.eu/ Shotterstock.com
Alter muss kein Nachteil sein – viele Senioren führen ein aktives und erfülltes Leben, genießen die Freiheiten und profitieren von ihrem Erfahrungsschatz. Um möglichen Ungewissheiten und Zukunftssorgen zu begegnen, können zahlreiche Maßnahmen getroffen werden.
  • Will man die Vermögensnachfolge regeln oder einzelne Anordnungen treffen, empfiehlt sich die Errichtung eines Testaments. Das Bestehen eines Testaments kann in eigenen Testamentsregistern registriert werden. Im Bedarfsfall kann das Gericht dort ersehen, ob eine bestimmte Person ein Testament errichtet hat und wo sich dieses befindet. Der Inhalt wird dabei nicht bekannt.

  • Wenn eine volljährige Person ihre Angelegenheiten nicht ohne Gefahr eines Nachteils für sich selbst besorgen kann, wird vom Gericht auf Anregung ein Sachwalter bestellt.

  • Man sollte sich rechtzeitig überlegen, ob man für den Fall des Verlustes der Geschäfts-, oder Einsichts- und Urteils- oder der Äußerungsfähigkeit, wie zum Beispiel bei geistiger oder körperlicher Beeinträchtigung oder Koma, eine Vorsorgevollmacht errichten möchte. Damit bevollmächtigt man eine Person seines Vertrauens zur Besorgung konkret angeführter Angelegenheiten.

    Hier kann es sich etwa um Vermögensverwaltung, Zeichnungsberechtigung über ein Konto, Anträge auf Sozialleistungen, Bestimmung des Aufenthaltsorts, Entscheidung in medizinischen Angelegenheiten bis hin zur Bestimmung eines Sachwalters handeln. Zur Registrierung einer Vorsorgevollmacht dient das österreichische zentrale Vertretungsverzeichnis.

  • Liegt eine psychische oder geistige Beeinträchtigung vor, die dazu führt, dass man alltägliche Geschäfte nicht mehr besorgen kann, ist es möglich, dass ein nächster Angehöriger die Vertretung der Person für das jeweilige Rechtsgeschäft übernimmt. Eine Vertretungsbefugnis muss im zentralen Vertretungsverzeichnis registriert werden.