Erstellt am 19. Mai 2016, 06:44

von Christine Haiderer

Zu wenig Personal. Zeitdruck und Personalmangel sind für verschiedene Gesundheitsberufe belastend.

Verschiedene Gesundheitsberufe leiden unter Zeitdruck und Personalmangel.  |  NOEN, TunedIn by Westend61/Shutterstock.com

Die Länge der Arbeitszeit bewerten Spitalsärzte besser. Auch mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind NÖ Ärzte zufriedener. So eine Studie der Österreichischen Ärztekammer. Durch die verringerten Wochenarbeitszeiten ist jedoch nicht alles gut geworden.

„So fühlen sich derzeit 45 Prozent der Spitalsärztinnen und -ärzte durch den steigenden Zeitdruck belastet oder stark belastet“, erläutert Ronald Gallob, Kurienobmann der angestellten Ärzte.

„Ein Zusammenhang mit der Arbeitszeitverkürzung und gleichzeitigem Personalmangel wird bei diesen Ergebnissen deutlich.“ NÖ-Ärztekammer-Präsident Christoph Reisner: „Von 93 Prozent der Befragten wird die Personalknappheit wahrgenommen, der hohe Aufwand für Patientendokumentation von 86 Prozent, der steigende Zeitdruck von 84 Prozent und das Ansteigen der Ambulanzfälle von 81 Prozent.“

Zeitnot geht immer zu Lasten der Patienten

Zeitdruck und zu wenig Personal standen auch am 6. Tag der Gesundheitsberufe im Zentrum. Landesrat Karl Wilfing betonte zwar, dass seit den gesetzlichen Änderungen „530 Ärzte mehr im System“ seien.

Dennoch ist Personalmangel bei Ärzten, Pflege und anderen Gesundheitsberufen ein großes Thema. Arbeiterkammer-NÖ-Vizepräsidentin Brigitte Adler: „Eine ausreichende Personalausstattung zu ignorieren, heißt schlechte Arbeitsbedingungen und Überlastung in Kauf zu nehmen. Zeitnot geht immer zu Lasten der Patienten.“

Knappes Budget kann etwa dazu führen, dass weniger Personal als benötigt da ist. Überlastung, Burnout & Co. drohen. „Plan A ist, ein gutes Personalbedarfsmodell zu entwickeln“, so Bernhard Rupp von der NÖ Arbeiterkammer.

Funktioniert das nicht, kann der „Werkzeugkoffer“ vielleicht helfen. Dieser bietet Betriebsräten usw. Argumente und Werkzeuge. Beispiel: Laut Arbeitnehmerschutzgesetz ist Rücksicht auf die jeweilige Eignung zu nehmen. So kann eine Aufgabe einem älteren Mitarbeiter zu viel sein.

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