Erstellt am 10. Februar 2016, 14:41

von NÖN Redaktion

Alles, was warm macht: Von Sonne bis Holz. Ob Solar, Erdwärme, Gas, Öl oder doch das gute alte Holz. Beim Heizen gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, um es im Winter in den eigenen vier Wänden wohlig warm zu haben.

Heutzutage findet man auf immer mehr Häusern Solarkollektoren, die nicht nur unterstützend, sondern bereits hauptsächlich als Stromquelle dienen können.  |  NOEN, manfredxy / Shutterstock.com
Bei der Wahl des Heizmaterials gibt es wohl fast genauso viele Möglichkeiten wie bei der Wahl des neuen Autos.

Doch wie auch beim Auto ist die Wahl des richtigen Brennstoffs für die Wohnraumheizung entscheidend. Denn neben der Beschaffung und Lagerung geht es vor allem um den Kostenfaktor.
Hier finden Sie eine kleine Entscheidungshilfe für die Wahl ihres Heizmaterials.

Sonnenenergie: Gratis und unerschöpflich

Beginnend bei der modernsten Variante: der Solarenergie. Die Sonne schenkt uns unerschöpfliche und kostenlose Energie.

Thermische Solaranlagen wandeln die Strahlungsenergie der Sonne in Wärme um und können im Wohnbaubereich für die Warmwasserbereitung und als Unterstützung der Heizanlage eingesetzt werden.
Auch im Sommer fallen unter Umständen durch die Warmwasserbereitung mit dem Heizkessel oder durch einen Elektrospeicher beträchtliche Wärmeerzeugungskosten an.

Schon mit rund fünf Quadratmetern Sonnenkollektoren auf dem Dach können das ganze Jahr über bis zu zwei Drittel des Warmwasserbedarfes allein mit der Kraft der Sonne gedeckt werden. Während des Sommerhalbjahrs deckt die Sonne den Warmwasserbedarf sogar fast zur Gänze.

Wärmepumpe: Voll im Trend

Schon jeder dritte Neubau im Land ist bereits mit einer Wärmepumpe ausgestattet. Bei dieser Art der Wärmezufuhr nimmt die Pumpe die Wärmeenergie aus ihrer Umgebung und nutzt diese Energie zum Heizen. Die Wärmepumpe ist mit einem Kältemittel befüllt.

Das Besondere an einem Kältemittel (auch Arbeitsmittel genannt) ist, dass es bereits bei sehr niedrigen Temperaturen verdampft. Das flüssige Mittel nimmt die gespeicherte Sonnenenergie aus Erdreich, Wasser oder Luft auf und verdampft.

Das gasförmige Arbeitsmittel gelangt in einen Kompressor und wird dort mit elektrischem Strom als Hilfsenergie verdichtet. Dabei steigen Druck und Temperatur des Arbeitsmittels.

Dieses sogenannte „Heißgas“ gibt dann im Verflüssiger die Energie an das Heizungswasser ab und verflüssigt sich. Im Expansionsventil wird das flüssige Arbeitsmittel entspannt, das heißt der Druck wird wieder abgebaut. Anschließend gelangt das Arbeitsmittel wieder in den Verdampfer und der Kreisprozess beginnt von neuem.

Erdgas: Es geht auch umweltfreundlich

Beginnend beim Gas unterscheidet man prinzipiell zwischen Gas-Heizkesseln mit atmosphärischem oder Gebläsebrenner. Heute kommen fast nur noch moderne Geräte mit Brennwerttechnik zum Einsatz. Ausnahmen gibt es vor allem im städtischen Bereich, wo die Abgasleitung den Einsatz dieser Technik oft nicht ermöglicht.
Bei der Brennwerttechnik wird das Abgas auf Temperaturen bis zu 40°C heruntergekühlt und ein Teil des im Abgas enthaltenen Wasserdampfes kondensiert. Dadurch wird die Effizienz der Wärmeerzeugung im Vergleich zu herkömmlichen Heizkesseln um bis zu 15 Prozent erhöht.

Im Ein- und Zweifamilienhaus dominieren die Wand-Gasbrennwertgeräte. Diese sind relativ kostengünstig und benötigen nur wenig Platz. Die Stand-Brennwertgeräte sind zwar etwas teurer, zeichnen sich aber meist durch etwas bessere Effizienz aus. Moderne Gaskessel arbeiten auch modulierend.

Das heißt, sie passen ihre Heizleistung in einem weiten Bereich von etwa 30 bis 100 Prozent dem jeweiligen Bedarf an. Effizienz und Umweltfreundlichkeit werden damit optimiert.

Die Ableitung der Abgase erfolgt heutzutage überwiegend mittels einer zugelassenen Abgasleitung aus Kunststoff durch einen Schacht oder bestehenden Kamin über das Dach. Auch die Möglichkeit der direkten Abgasableitung durch die Außenwand besteht unter bestimmten Bedingungen.

Die Verbrennungsluft wird entweder dem Aufstellungsraum entnommen oder direkt über die ausgeführte Abgasleitung von außen angesaugt. An Orten ohne Erdgasversorgung, besteht die Möglichkeit, Flüssiggas anstelle von Erdgas einzusetzen. Voraussetzung ist ein für diesen Brennstoff zugelassenes Gerät und die Aufstellung eines Flüssiggastanks im Garten.

Öl: Teuer, aber noch immer beliebt

Die Verwendung von Öl als Heizmaterial bleibt weiterhin beliebt. Vor allem Hausbesitzer, die den Platz für einen größeren Öltank haben, greifen gerne auf diese Variante zurück. Beim Heizen mit Öl gibt es mittlerweile auch große technische Fortschritte. Ölkessel mit Brennwerttechnik haben einen höheren Wirkungsgrad als alte Kessel, da der Energiegehalt des Abgases ebenfalls genutzt wird.

Der Kesselkörper von Öl-Niedertemperaturheizkesseln wird entweder aus Stahl oder Gusseisen hergestellt. Die glatten Stahlflächen verschmutzen weniger als die rauen Gussflächen, sodass Heizkessel aus Stahl im Betrieb meist effizienter arbeiten. Diese Technik ist im kleineren Leistungsbereich nicht mehr zeitgemäß.

Ähnlich wie bei den Gasheizkesseln hat auch in der Verbrennung von Öl die Brennwerttechnik Einzug gehalten. Mit der Brennwerttechnik wird durch die bessere Nutzung des Energiegehaltes des Abgases der Wirkungsgrad im Vergleich zu modernen Öl-Niedertemperaturkesseln um bis zu elf Prozent erhöht. Die Mehrkosten gleichen sich meist innerhalb weniger Jahre aus.

Dennoch gehören sowohl Gas- als auch Ölheizung zu den teuersten Varianten des Heizens. Vor allem deswegen, weil man sich mit den Lieferungen des Öls beziehungsweise der Zufuhr des Gases immer an die Richtpreise der Großanbieter halten muss. Hier spielen natürlich gesamtwirtschaftliche Faktoren eine Rolle, die sich in Zeiten von Öl- und Gaslieferungen aus Russland immer wieder verschlechtern können.

Holz: Der Klassiker zum Heizen

Wohl einer der häufigsten Arten des Heizmaterials ist das Holz. Egal ob für einen Kamin, für einen Holz- oder Pelletsofen, der Brennstoff Holz bleibt sehr beliebt.

Um mit Holz umweltfreundlich zu heizen, sollte man unbedingt lufttrockenes Holz verwenden, denn schon bei mehr als 15 bis 20 Prozent Feuchtigkeit muss unnötig viel Energie für das Trocknen aufgewendet werden. Darüber hinaus gibt es noch wichtige Regeln für ein gutes Holzfeuer. Ein Stehrost verhindert das Herausfallen von Holzstücken.

x  |  NOEN, XXLPhoto / Shutterstock.com
Bei Holzbrand sollte im Feuerraum und in der Mulde des Rüttelrostes immer eine mindestens drei Zentimeter starke Aschenschicht liegen bleiben. Sie verbessert die Luftdichtung nach unten und lässt das Holz vollständiger verbrennen.

Ein Raummeter Holz ergibt bei vollständiger Verbrennung nur zwischen zwei und vier Kilogramm Asche, also weniger als ein Prozent des Holzgewichts.

Eine der immer mehr verbreiteten Varianten des Holzofens ist die sogenannte Pelletsheizung. Pellets bestehen zu 100 Prozent aus naturbelassenem Holz. Als Rohstoff für die Erzeugung von Pellets dienen Hobel- und Sägespäne, welche in der Holz verarbeitenden Industrie als bisher schlecht genutztes Nebenprodukt in großen Mengen anfallen.

Ohne Zugabe von chemisch-synthetischen Bindemitteln wird der unbehandelte Rohstoff unter hohem Druck verdichtet und pelletiert, also in kleine zylindrische Röllchen gepresst. Laufende Qualitätskontrollen garantieren einen sauberen Brennstoff mit geringer Restfeuchte und hohem Brennwert. Mit seinen sympathischen Eigenschaften – komfortabel, heimisch, hoher Brennwert, krisensicher, geringer Aschenanfall und angenehmer Geruch – eroberten die Pellets im Sturm die Herzen der Häuslbauer.

Der große Vorteil des Heizens mit Holz ist, dass es immer nachwächst. Der große Nachteil ist allerdings, dass damit Feinstaub generiert wird, der in modernen Kesseln aber schon besser gefiltert wird.

Unterm Strich sollte man bei der Wahl des Heizmaterials nicht nur die Preise und Beschaffenheit bedenken, sondern auch, welchen Aufwand man haben möchte. Als Alternative können auch zwei Varianten kombiniert werden. Eine in Österreich sehr beliebte Kombination ist die von Pellets und Solar. So decken Sie Ihren Bedarf in allen Jahreszeiten gut ab.