Erstellt am 17. März 2016, 05:04

Die Stadt, ihr Umland und deren Management. Das Stadt-Umland-Management ist die Schnittstelle zwischen der Stadt Wien und dem Land Niederösterreich, um die zukunftsfähige Regionalentwicklung voranzutreiben und so einen Mehrwert in der Region zu schaffen.

An der Stadtgrenze Hagenbrunn mit Blick auf Wien.  |  NOEN, SUM
Im Grünen wohnen und die Ruhe genießen, aber dennoch die Vorteile der Stadt nutzen – der Traum vieler. Doch die Realität schaut oft anders aus. Einige Regionen haben aufgrund der Knappheit an Bauland kaum mehr Reserven, sich zu vergrößern. Andere kämpfen gegen die Verödung der Ortszentren.

Für einen Ausgleich und eine harmonische und effektive Koordination von Stadt und Umland arbeitet das Stadt-Umland-Management Wien/Niederösterreich (kurz: SUM). SUM ist Ansprechstelle für die niederösterreichischen Umlandgemeinden und die Wiener Stadtrandbezirke – es ist Schnittstelle zwischen dem Land Wien und dem Land Niederösterreich in der Stadtregion.

„Wir sind ‚Kümmerer‘ auf regionaler Ebene"

Es geht dabei um Fragen einer gemeinsamen strategischen Regionalentwicklung wie auch um konkrete gemeinsame Projekte. „Wir sind ‚Kümmerer‘ auf regionaler Ebene. Es gibt viele regionale Initiativen, die vernetzt werden müssen, damit etwas weitergeht, es braucht jemanden, der unabhängig mit den Leuten redet“, erklärt Regionalmanager Andreas Hacker. „Wir kennen die Region, wir kennen die Leute und arbeiten fachübergreifend als Vernetzer, um eine langfristige Vision zu erarbeiten, wohin die Reise geht.“

Ein starkes Wachstum in der Region ist beispielsweise im Bezirk Mödling zu verzeichnen. Es stellt sich die Frage, wie man damit umgeht. Eine gemeinsame Entwicklungsperspektive ist notwendig, die von Hacker und vielen Gemeindevertretern vorangetrieben wird: „Ich arbeite das Feld für das Thema auf, hole im konkreten Fall Gemeinderatsbeschlüsse ein, halte Hearings ab und treibe das Projekt im Ganzen voran.

Dabei immer hellhörig mit dem Ohr in der Region, ob es noch Wünsche, Anregungen und Beschwerden gibt.“ Denn für Ordnung im Raum zu sorgen, ist für eine sinnvolle und nachhaltige Entwicklung der Region unausweichlich, betont Hacker: „Ordnung und Entwicklung – man braucht beides. Wir können froh sein, dass wir wachsen, aber es kann nicht jeder alles machen.“

„Man kann Stadt und Land nicht voneinander
trennen, da sie sich gegenseitig brauchen
und die Übergänge fließend sind.“
Andreas Hacker, Regionalmanager

Ordnung beginne in dem Sinn nicht nur bei der Planung von Wohnraum, sondern reiche über den Hochwasserschutz und Infrastruktur bis hin zu Einkaufsmöglichkeiten. „Man benötigt einen fächerübergreifenden Zugang, ein gemeinsames Konzept.

Einen flexiblen Rahmen, in dem wir uns bewegen können, und der dem Land, der Region und dem Bürger Sicherheit gibt. Gerade die Bewohner einer Region haben Anspruch auf eine solche Planungssicherheit!“ Stadt und Land als solche strikt zu definieren, wäre zu starr gedacht. „Stadt ist ein Lebensgefühl“, meint Hacker hinsichtlich des breiten Angebots an Bildung, Arbeitsplätzen, kulturellen Einrichtungen, Gastronomie und Einkaufen.

Verkehr als Problem der Zukunft

Das Land besticht hingegen durch Grünraum und Ruhe. Diese zu genießen, aber dennoch die Vorteile der Stadt nützen zu können, ist das Bestreben vieler. „Weshalb es keine klare Trennung zwischen Stadt und Land gibt. Man kann sie nicht voneinander trennen, da sich Stadt und Land gegenseitig brauchen und die Übergänge fließend sind.“ Dabei könne der Favorit des Wohnens – ein freistehendes Einfamilienhaus im Grünen in Stadtnähe – nicht die Zukunft sein. In Niederösterreich gibt es viel alte Bausubstanz, vor allem in den Ortskernen, während zunehmende Wohnräume am Stadtrand für eine steigende Zersiedlung sorgen.

„Das macht vieles kaputt. Man kann auch verdichtet schön bauen, doch dazu ist Fantasie gefordert“, so Hacker.
Ein Problem der Gegenwart und Zukunft ist der Verkehr: „Unsere Klimaschutzziele werden wir zum Beispiel nicht nur mit Windrädern erreichen, sondern auch das Mobilitätsverhalten muss sich ändern!“, sagt Hacker. Das hohe Verkehrsaufkommen in Wien wird diese und das Stadt-Umland in den nächsten Jahrzehnten verändern. „Hier ist jeder selbst aufgefordert, seinen Beitrag zu leisten“, so Hacker zur Herausforderung der Zukunft.

Das SUM im Detail

Das Stadt-Umland-Management Wien / Niederösterreich (kurz: SUM)

  • ist Ansprechstelle und Vernetzer zwischen Stadt und Umland, bietet Informationen und setzt außerdem Impulse für gemeinsames Handeln.

  • treibt die regionale Zusammenarbeit der Stadt Wien und der umliegenden niederösterreichischen Gemeinden voran.

  • strebt durch Förderung der Zusammenarbeit zwischen Stadt und umliegenden Gemeinden eine zukunftsfähige Entwicklung des Ballungsraumes Wien an.

  • ist eine partnerschaftliche Initiative des Landes Niederösterreich und der Stadt Wien.

  • übernimmt die Vermittlung in Planungsprozessen und regionalen Plattformen.

  • konzipiert und begleitet Projekte mit Mehrwert für die Region Stadt-Umland.

  • lässt Wissen über die Region in Entscheidungsprozesse einfließen.

Aufgabenfelder:

  • Das SUM sorgt für Kooperation und Vermittlung. Als Schnittstelle zwischen dem Land Wien und dem Land Niederösterreich strebt es eine gemeinsame strategische Regionalentwicklung sowie konkrete gemeinsame Projekte an.

  • Information: Das Aufgabenfeld konzentriert sich vor allem auf die Bereiche Raumordnung, Landschaftsplanung und Verkehr. Um das gegenseitige Vertrauen zu stärken und das Denken über die Grenzen hinweg zu erleichtern, dient SUM als Informationsdrehscheibe für die Akteure im Stadt-Umland.

  • Impulse und Management: SUM entwickelt gemeinsam mit den Akteuren der Stadtregion Lösungen und unterstützt bei Entscheidungen, um einen Mehrwert für die Region zu schaffen.