Erstellt am 31. Dezember 2015, 07:13

von Michaela Fleck-Regenfelder

Winter zwischen Wald & Fluss. Wo Wintergäste wohnen & wie sich Wildtiere wärmen, lässt sich im Jänner im Nationalpark erkunden.

Farbige Federn im Winterweiß und -grau: Auch der Buntspecht lässt sich im Winter in NÖs Donau-Auen beobachten.  |  NOEN, Rad
Winterschlaf? Hält man auch in Niederösterreichs Nationalparks. Aber längst nicht nur.
Weil: Überlebensstrategien gibt’s noch ein paar mehr, im genau vor einer Woche gestarteten astronomischen Winter. Die einen fliegen fort, die anderen quartieren sich ein, manche plustern sich auf, andere tauchen ab, manche jagen im Rudel, andere plündern ihre Verstecke. Und manche verschlafen Schnee, Eis, Wind und Kälte eben schlicht und einfach.

Gestört werden wollen die Bewohner und die Gäste von Niederösterreichs Naturschutzgebieten dabei nicht. Beobachtet dagegen schon. Denn auch wenn etwa das Nationalparkzentrum im Schloss Orth an der Donau bis 20. März Wintersperre hat, sind Besucher trotzdem willkommen. Und zwar bei ganz speziellen Wanderungen.
Die gibt’s, unter naturkundiger Führung, während des ganzen Jahres. Die dauern circa drei Stunden. Und die sind im Winter ganz besonders spannend. Für große wie auch für kleine Wanderer.
Die eine Winterwanderung begibt sich auf Spurensuche. Nach ganz besonderen Überlebenskünstlern. Mit dickem Pelz, mit wasserdichtem Gefieder oder mit warmen Schlafplätzen. Ausgangspunkt für die winterliche Spurensuche ist Orth an der Donau, nächster Starttermin am 17. Jänner (14 Uhr).

Gefiederte Gäste und königliche Brüter

Die zweite Winterwanderung führt zu den Wintergästen in den Donau-Auen. Und zwar zu den gefiederten. Die kommen aus ganz Europa alljährlich an die Donau. Und verbringen an den Flussarmen, die großteils eisfrei bleiben, die kalte Jahreszeit. Enten, Gänse und Möwen sind da zu beobachten, und vielleicht sogar der „König der Lüfte“, der Seeadler. Fünf heimische Adlerpaare brüten diesen Winter in Niederösterreichs Nationalpark Donau-Auen, dazu kommen auch bei den Seeadlern noch zahlreiche Wintergäste, vor allem aus Osteuropa. Ausgangspunkt für den Besuch bei den gefiederten Gästen ist Maria Ellend, nächster Starttermin am 24. Jänner (9.30 Uhr).

Zum Schauen gibt es im Winter in den Auen aber noch viel mehr. Winterfrüchte von der Hagebutte bis zum Weißdorn, kleine und große, kugelförmige Laubholzmisteln, die nicht nur zu Weihnachten als Kussbringer, sondern auch im neuen Jahr als Glücksbringer gelten.

Und jede Menge andere ganz kleine und ganz seltene Vögel, wie den Eisvogel oder ganze Schwärme von Seidenschwänzen, die nur bei sehr strengem Frost im Norden ihr Winterquartier an der Donau beziehen. Auch Kleiber, Buchfink, Blau- und Kohlmeise, Buntspecht, Buchfink und Eichelhäher lassen sich gerade im Winter gut beobachten. Vielleicht lässt sich auch noch ein demnächst ganz prominenter unter den Singvögeln blicken: der Stieglitz oder Distelfink, der „Vogel des Jahres 2016“.

Und wer nicht nur am Fluss, sondern auch im Wald auf winterliche Spurensuche gehen will, der ist im Naturpark Buchenberg in Waidhofen an der Ybbs genau richtig. Dort sucht man am 27. Februar das nächste Mal nach „Spuren im Schnee“ – von Wolf, Luchs und Wildkatze, von Hirsch, Fuchs und Dachs oder von Waschbär und Marderhund.

www.donauauen.at
www.tierpark.at