Erstellt am 19. Mai 2017, 14:41

Gehen Sie auch einmal in den Keller!. Karl Pech, Landesinnungsmeister der NÖ Installateure, weiß, wie sich Energie einsparen und damit das Geldbörsel schonen lässt. Im Interview gibt er ganz persönliche Tipps.

Karl Pech, Landesinnungsmeister der NÖ Installateure, rät, die Heizungsanlage regelmäßig warten zu lassen.  |  zVg

NÖN: Wie lässt sich daheim Energie einsparen?
Karl Pech: Die Leute sollten öfters in den Keller gehen und sich ihre Heizungsanlage ansehen. Wichtig ist nämlich, dass die Heizung regelmäßig gewartet wird. Dabei werden unter anderem die Heizflächen gereinigt, und die Regelung wird eingestellt. Sowohl Hersteller als auch Installateure bieten eigene Wartungsverträge an.

Viel einsparen kann man auch, wenn man die alte Heizpumpe gegen eine neue elektronische austauscht. Diese braucht nur ein Viertel der Strommenge der alten. Selbst kann ich die Heizkörper entlüften, dafür brauche ich keinen Installateur. Es bringt nichts, wenn der Heizkörper nur halb warm ist. Ich kann auch Heizkörperthermostatventile anbringen, dadurch ist eine Einzelraumregelung möglich. In Summe lassen sich dann zehn bis 15 Prozent der Heizkosten einsparen.

Wann ist es sinnvoll, seine Heizungsanlage zu tauschen?
Pech: Die Empfehlung ist: nach 15 Jahren. Wir wissen aber, dass die Marktentwicklung rückläufig ist. In Niederösterreich gibt es 600.000 Altanlagen, die älter als mindestens 15 Jahre sind. Der jährliche Austausch liegt bei 17.000. Hier sind wir weit entfernt von der angestrebten Drei-Prozent-Rate.

Wenn das Gerät noch funktioniert, weshalb sollte ich es dann tauschen?
Pech: Weil sich in den vergangenen Jahren die Technik geändert hat. Die neuen Geräte haben weniger Emissionswerte und weniger Energieverbrauch. Das spüre ich dann nachher im Geldbörsel. Außerdem haben neue Geräte einen erhöhten Komfort bei der Bedienung. Heute sind Mann und Frau berufstätig, da ist es ein Vorteil, wenn ich die Heizung vom Handy aus überwachen und steuern kann. Ich kann eingeben, dass ich in zwei Stunden daheim bin und dass die Temperatur dann höher sein soll.

Auch Störungen werden am Handy angezeigt. Viele moderne Heizungsanlagen sind über das Internet mit dem Hersteller verbunden und schicken selbstständig eine Fehlermeldung raus. Dies lässt sich dann oft von der Ferne aus regeln.

So ein Kesseltausch kostet Geld, wie sieht es hier mit Förderungen aus?
Pech: Seit heuer neu ist die NÖ-Heizkesselförderung. Beim Austausch einer alten Anlage auf Biomasse bekommt man 20 Prozent und maximal 3.000 Euro gefördert. Beim Tausch von Ölkessel gibt es 2.500 Euro. Manchmal gibt es auch Unterstützungen seitens der Gemeinden, aber meistens auf Photovoltaik und thermische Solaranlagen. Hier lohnt es sich, am besten selbst am Gemeindeamt nachzufragen. Von Zeit zu Zeit geben auch die Hersteller besondere Konditionen. Hier weiß der Installateur vor Ort gut Bescheid.

Steigen denn alle auf Biomasse um?
Pech: Nein, wenn jemand vorher Öl oder Gas hatte, dann bleibt er meist dabei. Die Kos-ten für ein neues Brennwertgerät sind überschaubar, es gibt tolle Geräte mit viel Bedienungskomfort. Und das Verbot von Öl betrifft nur den Neubau. Wenn ich mich bei der Sanierung für Biomasse wie zum Beispiel Pellets entscheide, dann gibt es doch Nebeninvestitionen wie die Einrichtung eines Lagerraums. Dennoch haben viele im Waldviertel einen Waldanteil. Wenn man den Brennstoff hat, dann zahlt es sich aus, wenn man sich für eine Stückgut- oder Hackschnitzel-Heizung entscheidet.

Wie viele Kessel werden jährlich verkauft?
Pech: Ich habe Zahlen für Österreich. Von den 83.000 verkauften Anlagen (davon zwischen 15.000 bis 17.000 in Niederösterreich) ist fast die Hälfte Gas, 10.000 sind Biomasse, 5.200 Öl und 17.500 Wärmepumpen.

Wie sieht der momentane Trend im Neubau bei Heizungsanlagen aus?
Pech: Hier geht der Trend eindeutig zu Wärmepumpen, und zwar zu Luft-Wasser-Wärmepumpen. Sie sind sehr vielseitig, sehr beliebt, und es gibt keine behördlichen Verfahren. Außerdem werden die Häuser heute in Niedrigenergiebauweise errichtet. Die Investitionen für Wärmepumpen sind gering.

Es gibt besondere Kriterien bei der NÖ Wohnbauförderung. Welche sind das genau?
Pech: Beim Punktesystem der Förderung kommt es auf viele Faktoren rund um mein Haus an. Die Homepage des Landes Niederösterreich gibt genau Auskunft darüber, welche Kriterien mein Haus erfüllen muss, damit ich welche Förderung bekomme. Ich rate meinen Kunden, zum Bankberater zu gehen. Der ist immer am aktuellsten Stand in Sachen Förderung.