Erstellt am 26. Mai 2016, 09:48

Sonnenkraft nutzen. Eine Photovoltaik-Anlage ist eine Investition in eine umweltfreundliche Energiezukunft und eine Geldanlage, die sich lohnt.

Werner Schöner ist Photovoltaik-Experte und technischer Leiter des Bürgerbeteiligungsprojektes der Photovoltaikanlage in Schönkirchen-Reyersdorf (Bezirk Gänserndorf).  |  NOEN, EVN AG

In Schönkirchen-Reyersdorf baute die EVN Niederösterreichs größte Photovoltaikanlage mit Bürgerbeteiligung. Werner Schöner war technischer Leiter dieses Projekts.

NÖN: Wie kam es zu dem Entschluss, eine Photovoltaikanlage in Schönkirchen zu errichten?
Was sprach für diesen Standort?
Werner Schöner: Wir wollen den Weg in eine erneuerbare Energiezukunft gemeinsam mit unseren
Kunden gehen. Im niederösterreichischen Schönkirchen wird nun eine abgeschlossene Deponie sinnvoll genützt. Da diese Fläche weder für landwirtschaftliche Zwecke noch als Wohnfläche zur Verfügung steht, ist sie der ideale Standort für unser Sonnenkraftwerk Schönkirchen. Noch dazu weist der Standort eine für österreichische Verhältnisse hervorragende Anzahl an Sonnenstunden aus.
 
Welche technologischen Voraussetzungen muss es geben, um eine Photovoltaikanlage wie diese zu errichten? Wie funktioniert diese Photovoltaik-Anlage und wie kommt die Energie zu den Bürgern?
Schöner: Neben dem großen Platzbedarf für die 2.000 Paneele braucht es, vereinfacht gesagt, nur eine Anbindung an das Strom-Netz: Der von den Photovoltaik- Paneelen erzeugte Gleichstrom wird mittels Solarwechselrichter in Drehstrom umgewandelt. Im Anschluss wird die elektrische Energie zur
Netzübergabestation geleitet, mittels Transformator wird die Spannung auf 20kV hochgespannt und in das Stromnetz der Netz Niederösterreich eingespeist.
Im Fall von Schönkirchen musste zusätzlich geprüft werden, ob die Abdichtung der Deponie eine ausreichende Standfestigkeit für die zusätzlichen Lasten der Photovoltaik-Anlage besitzt.
 
Gibt es, technisch gesehen, eine Besonderheit bei der Anlage in Schönkirchen?
Schöner: Besonders ist die Art der Fundamentierung. Aufgrund des Deponiestandortes durften keine Pfahlgründungen bei der Unterkonstruktion verwendet werden. Die Fundamentierung erfolgte mittels Betonstreifenfundamente, welche nur maximal 20 Zentimeter tief in die Oberflächenabdichtung hinein
ragen. Besonders ist auch, dass sich auf der Deponieoberfläche diverse Austrittsschächte für Deponiegas befinden. Die Photovoltaikanlage musste in jenen Bereichen mit Gasaustrittsstellen ausgespart werden.
 
Eine große Herausforderung bei der Stromerzeugung aus alternativen Energiequellen ist die permanente Verfügbarkeit der Energieträger. Welche Speichertechnologie kommt in Schönkirchen zum Zug?
Schöner: Bei der Photovoltaikanlage in Schönkirchen gibt es keine Möglichkeit, die erzeugte Energie zu speichern. Der erzeugte Strom wird in das Netz der Netz Niederösterreich eingespeist.
 
Wie viel Energie wird aus diesem Projekt bezogen?
Schöner: Die Anlage liefert pro Kalenderjahr ca. 1.100.000 kWh, das entspricht dem Jahres- Strombedarf von mehr als 300 niederösterreichischen Durchschnittshaushalten.

Bürgerbeteiligung: Wie funktionierte das?
Schöner: Im Rahmen des EVN Bürgerbeteiligungsmodells kaufen Kunden ganze Module direkt von der EVN.

Und woher beziehen Sie persönlich Energie aus der Natur?
Schöner: Das ist sehr umfangreich, vom Laufen, Wandern, Klettern, Bergsteigen, Skitourengehen über MTB-Downhill bis zur Fischerei nutze ich viele Hobbys in der Natur, um meine Akkus aufzuladen.