Erstellt am 03. Dezember 2015, 17:33

Für den Fall eines Blackouts gut gerüstet. Im Fall eines Blackouts beginnen die schwarzstartfähigen Kraftwerke Ottenstein und Theiß mit den Vorbereitungen für den Wiederaufbau des Stromnetzes. Denn um Strom zu erzeugen, braucht es zunächst Strom.

 |  NOEN, EVN
„Wir leben in einer Region, in der die hervorragende Versorgung mit Strom selbstverständlich scheint. Diese Versorgungssicherheit ist aber keine Selbstverständlichkeit, sondern die tägliche Arbeit vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, versucht EVN Vorstandssprecher Dr. Peter Layr den Wert der sicheren Stromversorgung bewusst zu machen.
 
Diese Mitarbeiter müssen mit hunderten von Kraftwerken, tausenden Kilometern Stromleitungen, einer Unmengen an Schaltanlagen und Transformatoren und einer ausgefeilten Planung und Steuerung dafür sorgen, dass zu jeder Sekunde so viel Energie ins Netz eingespeist wird, wie in dieser Sekunde verbraucht wird.
 
Ein Drahtseil-Akt, der erstaunlich konstant gut geht. Doch selbst wenn es einmal zum viel diskutierten „Black-Out“ kommt, also zu einem überregionalen Stromausfall, ist die EVN gut gerüstet und kann von selbst einen sogenanntes „Inselnetz“ wieder aufbauen.
 
Das Problem ist nämlich, dass die meisten Kraftwerke Strom benötigen, um wieder Strom produzieren zu können. Deshalb können nach einem totalen Stromausfall nur sogenannte „schwarzstartfähige“ Kraftwerke eigenständig mit dem Wiederaufbau des Stromnetzes beginnen. „Mit dem Pumpspeicherkraftwerk Ottenstein und dem Gaskraftwerk Theiß hat die EVN zwei dieser strategisch wichtigen Kraftwerke“, erklärt Layr.

Der Aufbau der Stromversorgung im Detail

Im Fall eines Blackouts beginnen die schwarzstartfähigen Kraftwerke Ottenstein und Theiß mit den Vorbereitungen für den Wiederaufbau des Stromnetzes. Denn um Strom zu erzeugen, braucht es zunächst Strom.
      
Deshalb startet in Theiß binnen 10 Sekunden ein Hochleistungs-Notstromaggregat – völlig autonom und mithilfe einer Batterie. Der Notstromdiesel liefert Energie ua. für die Leittechnik und die Pumpen. Ein Druckluftspeicher startet eine Gas-Turbine – und mit der Stromproduktion beginnt auch der schrittweise Wiederaufbau des Stromnetzes in Niederösterreich. Dabei wird zuerst das Kraftwerk Theiß selbst mit Strom versorgt und ein sogenanntes Inselnetz aufgebaut.  

Genauso wie Theiß baut auch das Speicherkraftwerk Ottenstein ein Inselnetz auf. Mit dem gespeicherten Wasser im Staubecken kann es ebenfalls autark mit der Stromproduktion beginnen.

Sobald sich die Turbinen wieder mit konstanter Geschwindigkeit drehen, kann mit der Stromproduktion über die Generatoren begonnen werden. In Abstimmung mit Leitwarte, dem sogenannten System Operator, wird dann damit begonnen, eine Verbindung zwischen den beiden schwarzstartfähigen Kraftwerken Ottenstein und Theiß herzustellen.

Mit zwei verlässlichen Stromproduzenten wieder gut aufgestellt, wird das Netz behutsam aufgebaut. Die Stromerzeugung muss sich mit dem Verbrauch die Waage halten, denn bei einem Ungleichgewicht droht ein neuerliches Blackout.

Deshalb wird nun ein Verbraucher nach dem anderen zugeschaltet und die Leistung der Turbinen sukzessive erhöht. Priorität haben dabei steuerbare Großverbraucher wie Krankenhäuser, Feuerwehren oder auch die Telekom, um deren Notstromdiesel zu entlasten.

Der Normalzustand ist erreicht, wenn das Inselnetz unseres Bundeslandes mit dem Netz der APG, der Austrian Power Grid als Betreiber des Übertragungsnetzes wieder synchronisiert ist.Diese Abläufe im Krisenfall werden in regelmäßigen Übungen in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und allen anderen Einsatzorganisationen geprobt.

„Die EVN profitiert von ihrem flexiblen Erzeugungsmix und von ihrer konservativen Planung im Gebiet der Netz NÖ. Die Systeme sind immer so ausgelegt, dass sie den Ausfall eines wichtigen Teils durch einen anderen ersetzen können. Die Versorgungssicherheit hat für die EVN immer oberste Priorität“, so Layr.