Erstellt am 11. April 2014, 17:16

von Gerti Süss

Mehr als nur Schwammerl. Im NÖ Landesmuseum in St. Pölten dreht sich ab 12. April alles um die größten Lebewesen der Erde - die Pilze.

Der Fliegenpilz - ein bekanntes Schwammerl.  |  NOEN, A. Gießwein
Die Ausstellung "Pilze. Mehr als nur Schwammerl" im NÖ Landesmuseum in St. Pölten eröffnet Einblicke in ein Reich, dessen Ausmaß oftmals unterschätzt wird. Denn Pilze gelten weder als Pflanzen noch als Tiere, sondern sind eine eigene Kategorie von Lebewesen.

So groß wie 1.200 Fußballfelder

Und manche von ihnen gelten sogar als größte Lebewesen auf Erden. "Bestimmte Pilzsorten können unter der Erde eine Größe von umgerechnet 1.200 Fußballfeldern erlangen", erklärt Erich Steiner, wissenschaftlicher Leiter des Bereichs Natur im NÖ Landesmuseum.



Weltweit gibt es 1,5 Millionen Pilzsorten - Speisepilze, Hefepilze und Nagelpilze sind angesichts dieser Vielzahl nur wenige Beispiele. Etwa 300 Pilze können in der Ausstellung im Landesmuseum bestaunt werden. "In erster Linie soll die Schau zeigen, was überhaupt ein Pilz ist und wie er funktioniert. Der oberirdische Fruchtkörper ist ja nur ein kleiner Teil dieses Lebewesens", erklärt Steiner.

Ohne Pilze wäre die Erde schnell zugemüllt

In der Ausstellung, die bis 8. Februar 2015 läuft, erfährt man auch so einiges über die Rolle der Pilze im Ökosystem. "Ohne Pilze wäre unsere Erde innerhalb von fünf Jahren komplett zugemüllt, weil nichts mehr verrottet", erzählt dazu der naturwissenschaftliche Leiter Steiner. Manche Pilzsorten können sogar Öl abbauen, oder haben eine für den Menschen heilende, berauschende oder giftige Wirkung.

Im Bereich der Ernährung können Pilze Fluch und Segen sein: So gäbe es etwa ohne Pilze weder Bier noch Wein, und auch keine Wurst und keinen Käse. Andererseits wissen nur wenige, dass die durch Pilze hervorgerufene Kartoffelfäule für Irlands große Hungersnot zu Beginn des 20. Jahrhunderts verantwortlich war.

Nützliche Infos liefert die Ausstellung auch für Schwammerlsucher: Etwa die Regeln fürs Suchen oder genaue Abbildungen von Giftpilzen, die man nicht mit Speisepilzen verwechseln sollte.