Erstellt am 04. März 2016, 05:04

Mit Biomasse zum Energieumschwung. Wenn es um das Thema "Erneuerbare Energieträger" geht, kommt man auch am Begriff Biomasse nicht vorbei.

Ein wichtiger Bereich der Energieerzeugung mittels Biomasse ist das Heizen mit Pellets  |  NOEN, SteveWoods / Shutterstock.com
Unter dem Begriff Biomasse versteht man alle organischen Stoffe biogener, nicht fossiler Art. Grundsätzlich kann zwischen fester, flüssiger und gasförmiger Biomasse unterschieden werden.

Der Hauptteil der in Österreich verwendeten Biomasse stammt aus dem Wald. Zu den Rohstoffen gehören Dinge wie Restholz, Strauchschnitt, Rasenschnitt, Bioabfälle und Reste aus der Gemüseverarbeitungsindustrie.

Biomasseverband-Pressesprecher Antonio Fuljetic ist voll und ganz von Biomasse überzeugt: „Der Vorteil ist, dass wir mit diesem Material einen erneuerbaren, CO2-neutralen, günstigen und regional verfügbaren Energieträger haben.“

Die Ziele des Verbandes sind klar strukturiert, wie Fuljetic weiter erklärt: „Unsere Vision ist der vollständige Umstieg Österreichs auf ein effizientes und erneuerbares Energiesystem. Und dabei müssen wir uns vor allem darauf konzentrieren, es aus dem bestmöglichen Beitrag heimischer und nachhaltig produzierter Biomasse zu gewinnen.“

Energie aus der Region für die Region

In Klein-Pöchlarn im Bezirk Melk wurde im letzten Jahr eine neue Bioenergie-NÖ-Anlage eröffnet. Anfang Mai 2014 trat der Bürgermeister Johannes Weiss mit folgenden Vorgaben an: „Wir wollten die Kesselanlage der Volksschule durch einen biogenen Wärmeerzeuger ersetzen, denn ein Nahwärmenetz konnte nur vor der Erneuerung der Schulstraße verlegt werden. Darum war damals der richtige Zeitpunkt gekommen.“

Nach intensiven Gesprächen mit Unternehmern in der Region wurde das Projekt in Rekordzeit umgesetzt. „Die Marktgemeinde, die hinter dem Projekt steht, in Verbindung mit der Hilfe der umliegenden Betriebe, hat einen raschen Bau und somit eine schnelle Inbetriebnahme ermöglicht“, so Weiss.

Nun produziert ein 200 Kilowatt Biomassekessel Wärme aus regionalem Hackgut für die angeschlossenen Gebäude und ersetzt damit den alten Ölkessel und Heizöl. „Wir vermeiden dadurch im Jahr zirka 90.000 Kilogramm CO2-Ausstoß. Dadurch wird das Klima geschont und künftig bleibt das Geld für die Beheizung in der Region und generiert Wertschöpfung für den Ort.“

Pelletsheizung wird immer beliebter

Eine Sparte der Biomasse-Energiegewinnung ist die Pelletsheizung. Die Pelletswirtschaft ist weltweit zum Hoffnungsträger für die Nutzung von Erneuerbarer Energie geworden: In den letzten zwölf Jahren stieg die Menge der weltweit genutzten Pellets von zwei Millionen Tonnen auf 22,5 Millionen Tonnen.

Hauptproduzent und Hauptmarkt ist Europa. Etwa die Hälfte der Pellets wird zur Erzeugung von Ökostrom verwendet, die andere Hälfte wird als Brennstoff für die Wärmeerzeugung verwendet. Österreich ist dabei das Land mit dem zweithöchsten Pro-Kopf-Verbrauch von Pellets als Heizmaterial.

Dadurch haben vor allem die Konsumenten einen großen Vorteil. Die heimischen Pelletsheizer ersparten sich im Jahr 2013 gegenüber Heizöl laut „ProPellets Austria“ 178 Millionen Euro. Für einen einzelnen Haushalt mit einem Bedarf von sechs Tonnen Pellets betrug die Einsparung also über 1.200 Euro.

Vorteile von Pellets

  • Wirtschaftlich
    Die wirtschaftlichen Vorteile von Holzpellets sind beachtlich: Im Vergleich zu Erdöl oder Erdgas kann man sich fast die Hälfte der Heizkosten sparen. Ein wichtiger Faktor für die Wirtschaftlichkeit der Pelletsheizung sind die hocheffizienten Heizgeräte, die für diesen Brennstoff entwickelt wurden. Pelletszentralheizungskessel können mehr als 90 Prozent der im Brennstoff enthaltenen Energie in nutzbare Wärme umwandeln. Es ist die Kombination aus niedrigen Brennstoffkosten und effizienter Nutzung, die Holzpellets so wirtschaftlich macht.

  • Komfortabel
    Die Pelletszentralheizung besticht durch hohen Komfort und Sauberkeit. Der Brennstoff wird per Tankwagen geliefert und aus dem Lager automatisch in den Heizkessel gefördert. Zündung, Steuerung, Kesselreinigung und Entaschung erfolgen vollautomatisch. Was zu tun bleibt, ist ein bis zweimal pro Heizsaison die Aschenbox zu entleeren. 

  • Umweltfreundlich 
    Da Holz beim Wachsen dieselbe Menge CO2 aus der Luft aufnimmt, die bei der Verbrennung frei wird, verhindern Holzbrennstoffe, dass es zu einem Anstieg der CO2-Konzentration in der Luft kommt. Auch wenn man den Einsatz von fossiler Energie für die Produktion und den Transport von Pellets berücksichtigt, ergibt sich gegenüber der Verwendung von Heizöl eine CO2-Reduktion von über 95 Prozent. Das hat eine Studie ergeben, die den Energieeinsatz bei der Pelletsproduktion in Österreich untersucht hat. 

    Ein wichtiger Umweltvorteil der Pelletsheizung sind die außerordentlich niedrigen Emissionen. Der trockene Brennstoff, die elektronische Regelung der Verbrennungsluft und die heiße Brennkammer sorgen für eine optimale und saubere Verbrennung. So emittiert ein Pelletszentralheizungskessel für ein größeres Einfamilienhaus pro Jahr weniger als 1 kg Asche in Form von Feinstaub. Eine verschwindend geringe Menge, wenn man bedenkt, dass die Gesamtemissionen von Feinstaub in Österreich bei 50.000 Tonnen pro Jahr liegen. www.propellets.at