Erstellt am 30. Oktober 2015, 11:37

Erstmals Windparks in Regelenergiemarkt integriert. Damit das Stromnetz funktionieren kann, müssen Erzeugung und Verbrauch jederzeit im Gleichgewicht sein. Abweichungen von diesem Gleichgewicht müssen durch den Einsatz von Regelenergie ausgeglichen werden.

 |  NOEN, EVN

Nur so kann die Netzstabilität und damit die Stromversorgung  aufrechterhalten werden. Ausgeglichen wurde bis dato vorwiegend mit Wasser- und thermischen Kraftwerken. Jetzt ist es EVN und APG erstmals gelungen, einen Windpark in den Regelenergiemarkt zu integrieren.

Beitrag zur Systembalance

Dabei wird bedarfsorientiert die Erzeugung aus Windkraftanlagen reduziert und ein wichtiger Beitrag zur Systembalance geleistet. Diese Möglichkeit steht anderen Technologien schon seit langem offen. Der nun gesetzte Schritt eröffnet der Windkraft die vollständige Marktintegration.

Konkret ist es EVN und dem Übertragungsnetzbetreiber Austrian Power Grid (APG) gelungen ein technisches Konzept zu entwickeln, um erstmals zwei Windparks in die Regelreserve zu integrieren.

„Uns ist ein echtes Vorzeige-Modell für die Integration der Windkraft in den Strommarkt für Österreich gelungen. Die Teilnahme von Windkraftanlagen am Regelenergiemarkt ist notwendig um ein erneuerbares Stromsystem der Zukunft zu ermöglichen“, freut sich evn naturkraft Geschäftsführer Dr. Georg Waldner.
 
Die APG hat schon frühzeitig die Grundlage zur Teilnahme von Windkraftanlagen an der Netzregelung geschaffen. Es ist ein wichtiger Meilenstein, dass die Eignungsprüfung der EVN-Windparks positiv verlaufen ist.

Kostenvorteile für Kunden möglich

Die beiden EVN Windparks in Prellenkirchen und Neusiedl/Zaya werden nun in den bestehenden Regelpool der EVN aufgenommen, der notwendig ist, um am Regelenergiemarkt teilzunehmen. Folgen weitere Windparks, könnte das mittelfristig auch Auswirkungen auf die Preise haben: „Die Teilnahme der Windkraft am Regelenergiemarkt wird für mehr Wettbewerb sorgen und kann für die Kunden Kostenvorteile bringen. Ein erster großer Schritt ist nun gemacht“, so Waldner.
 
Der Ausgleich schwankender Energieproduktion, die Garantie von Netzstabilität und die sinnvolle Speicherung von gerade nicht benötigter Energie sind die zentralen Herausforderungen in der aktuellen Umstellung des Energiesystems.

Die EVN und deren 100 %-Tochter Netz NÖ sind im Rahmen ihrer laufenden Innovations-, Forschungs- und Entwicklungstätigkeit Teil zahlreicher Projekte, etwa in den Bereichen Batterie-Speicher oder wind2hydrogen, um diesen Herausforderungen zukunftsweisend zu begegnen.

Gleichzeitig liegt der derzeitige Fokus der EVN weiterhin auf verstärkten Investitionen im niederösterreichischen Heimmarkt. EVN investiert zwischen 2014 und 2018 rund eine Milliarde Euro in Versorgungssicherheit, erneuerbare Energie und sauberes Trinkwasser.