Erstellt am 23. November 2015, 13:25

Trauer um Lara, älteste Bärin im Bärenwald Arbesbach. Die älteste Bärin des Bärenwalds in Arbesbach, Lara, ist im Alter von 35 Jahren verstorben.

Lara  |  NOEN, Vier Pfoten
Seit Jahren war die alte Bärendame medikamentös behandelt worden, damit sie aufgrund ihrer arthritischen Gelenke keine Schmerzen leiden musste.  Nachdem sich der Zustand ihres Bewegungsapparates jedoch in den letzten Monaten kontinuierlich verschlechterte, musste die Bärenwald-Leitung Lara schweren Herzens einschläfern lassen.
 
In den letzten eineinhalb Jahren konnten wir Laras Lebensqualität mit einem Präparat, das altersbedingten Durchblutungsstörungen entgegenwirkt, aufrecht erhalten“, sagt Betriebsleiterin Sigrid Zederbauer.  „Aber ihre Situation verschlechterte sich zuletzt deutlich. In den letzten Tagen konnte Lara nicht mehr aufstehen.“

Für ein Wildtier bedeutet dies, nicht zuletzt durch die Unmöglichkeit, pflegerischen Maßnahmen durchzuführen, eine massive Beeinträchtigung. Schließlich beschlossen der betreuende Tierarzt Prof. Dr. Chris Walzer von der Veterinärmedizinischen Universität Wien gemeinsam mit dem Team des Bärenwalds Arbesbach, Lara vor dem bevorstehenden Leid zu bewahren und sie schmerzlos und im vertrauten Umfeld ihrer Winterhöhle einzuschläfern.
 
Die Ergebnisse der anschließenden Obduktion bestätigten Dr. Walzers Verdacht: Laras Wirbelsäule zeigte massive Verknöcherungen, die maßgeblich für die Verschlechterung ihrer Mobilität verantwortlich waren.

Lara lebte als Zirkusbärin auf nur 12 Quadratmetern 

Die schöne, dunkle Bärin verbrachte ihre ersten Jahre als Zirkusbärin; sie lebte in einem nur 12m² großen Zirkuswagen in Deutschland. Als Vier Pfoten im Jahr 2001 von diesem Schicksal erfuhr, war der Bärenwald Müritz in Deutschland allerdings erst in Planung. Um Lara nicht warten zu lassen, wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, die an den Käfig-Bedingungen stark leidenden Bärin in den bereits bestehenden Bärenwald Arbesbach zu holen. 2002 konnte sie dort endlich Waldboden unter ihren Füßen spüren.
 
Besonders lebhaft in Erinnerung bleibt dem Team der Moment, in denen sie den Teich entdeckte. Sigrid Zederbauer: „Sie liebte es zu baden, und bis zuletzt wurde sie im Wasser jedes Mal wieder richtig jung und platschte übermütig um sich. Denn Lara war stets eine vorsichtige, zurückhaltende Bärin. Ihre Friedfertigkeit und die ihr eigene elegante Art, Futterstücke auf ihre Krallen zu spießen, um danach langsam und bedächtig daran zu knabbern, wird dem Team im Bärenwald Arbesbach immer in Erinnerung bleiben. Wir werden sie sehr vermissen.“