Erstellt am 20. Juli 2016, 05:20

von Alexandra Eder

Honigmachen für Anfänger. Immer mehr Niederösterreicher „fliegen“ auf die Imkerei. Kurse gibt es von Zwettl bis Warth.

Bei der Honigernte werden die Bienen von dem Rähmchen in einen Trichter gekehrt, damit die Honigwabe geschleudert werden kann.  |  NOEN, NÖ Imkerschule; Shutterstock.com / Shaiith

„Man kann nicht einfach ein paar Bienenstöcke in seinem Garten aufstellen und den Bienen beim Fliegen zusehen“, weiß Valeria Füllenhals. Sie ist Projektleiterin für Imker-Einsteigerkurse beim Institut Land-Impulse.

Den fachgerechten Umgang mit Bienen lernt man nicht an einem Tag. Doch die Jungimker nehmen sich offensichtlich gerne die Zeit dafür, das Handwerk von der Pike auf zu erlernen. Vor Kurzem schloss bereits die zehntausendste Teilnehmerin den Imker-Basiskurs ab.

Seit 2008 werden die Imker-Ausbildungen von Land-Impulse, einem Institut für Fortbildungen im landwirtschaftlichen Bereich, angeboten. Der Niederösterreichische Imkerverband zählt mittlerweile 4.000 Mitglieder mit etwa 35.000 Bienenvölkern im Bundesland, und die Nachfrage nach derartigen Kursen steigt von Jahr zu Jahr.

Lernen direkt am Bienenvolk

Neueinsteiger können im Anschluss an einen achtstündigen Theorieteil sechs Praxiskurse an bald elf verschiedenen Landwirtschaftlichen Fachschulen in ganz NÖ, etwa in Mistelbach, Krems, Zwettl, Tulln, Gaming oder Warth, absolvieren. Diese finden immer in der „Bienensaison“ von März bis September statt. Dabei lernen die zukünftigen Imker direkt am Bienenvolk, wie beispielsweise die Honigernte durchgeführt wird, wie Krankheiten vorgebeugt werden kann oder wie die Einwinterung funktioniert. Um den vielen Anfragen nachzukommen, werden ab September auch in Hollabrunn und Tullnerbach Ausbildungen angeboten.

Verpflichtend ist keiner der Kurse, allerdings werden sie dringend empfohlen: „Wenn man auch längerfristig Freude mit den Bienen haben will, macht es Sinn, sich bereits vor der Anschaffung über die Haltung zu informieren.“ Die Jungimker sind so unterschiedlich wie ihre Motivation: „Auch Kinder können Bienen halten, sie sind manchmal sogar geschickter als Erwachsene“, erzählt Valeria Füllenhals schmunzelnd. Der Großteil sei zwischen 25 und 40 Jahre alt und gehe der Imkerei als Hobby nach.

Trend zur Selbstversorgung

Die steigende Nachfrage erklärt sich die Koordinatorin auch durch den Selbstversorgertrend, der immer mehr Befürworter findet: „Heutzutage legen viele Menschen wieder Gemüsebeete an, da sind Bienen, die von Pflanze zu Pflanze fliegen und die Blüten bestäuben, die ideale Ergänzung!“

Für diejenigen, die erst testen wollen, ob ihnen das Halten der Bienen Spaß macht, bietet Bernhard Mayerhofer eine Lösung der anderen Art an. Der Imker aus Neuaigen bei Tulln vermietet einzelne Bienenstöcke für zwei Monate an Interessierte, die diese dann zu Hause aufstellen und hüten können.

Gemeinsam mit seiner Familie betreut Mayerhofer 700 Bienenstöcke und hilft den „Mietern“ weiter, wenn es Probleme gibt. Im letzten Jahr hat er außerdem etwa 100 Jungimker ausgebildet. Rund 30 Prozent seiner Kunden wollen nämlich mehr über die Imkerei lernen. Sie sind so begeistert von den Tieren, dass sie sich nicht mehr von ihnen trennen wollen.

Kurstermine, Anmeldung und Bienenpatenschaften unter: www.landimpulse.at und www.bienenpatenschaft.at