Erstellt am 23. Oktober 2015, 10:25

„Energiewandler“ verknüpft Strom- und Fernwärmenetz. Die EVN hat im Rahmen ihrer laufenden Innovations-, Forschungs- und Entwicklungstätigkeit den sogenannten „Energiewandler“ entwickelt, der Überschussstrom zur Produktion von Wärme für niederösterreichische Haushalte nutzt.

v.l.n.r.: Energie-Landesrat Dr. Stephan Pernkopf und EVN Vorstandssprecher Dr. Peter Layr  |  NOEN, EVN / Gabriele Moser

Die erzeugte Wärmeenergie kann – soweit sie nicht unmittelbar benötigt wird – im Fernwärmespeicher Theiß auch zwischengespeichert werden.

Das Konzept hat somit mehrere Vorteile: Das Stromnetz wird stabilisiert, ein wesentlicher Beitrag zur Versorgungssicherheit geleistet und Überschussstrom intelligent und sinnvoll in Wärmeenergie umgewandelt – und dadurch speicherbar und nutzbar gemacht.
 
EVN Vorstandssprecher Dr. Peter Layr: „Damit der Umbau des Systems in Richtung erneuerbarer Energien gelingt, braucht es innovative Speicherprojekte. Der „Energiewandler“ ist ein weiterer Puzzle-Stein, der zu diesem Umbau einen kleinen Beitrag leistet.“

Überschüssige Energie sinnvoll verwenden

Der „Energiewandler“ in Theiß verknüpft also das Strom- mit dem Fernwärmenetz. Übersteigt das Angebot an erneuerbaren Energien die Nachfrage, wird künftig mittels einer 5 MW-Anlage Warmwasser produziert und im Fernwärmespeicher Theiß gespeichert. „So kann die überschüssige Energie sinnvoll für die Fernwärmeversorgung der Stadt Krems genutzt werden – und das mit einem Wirkungsgrad von 99 %“, erklärt Layr.
 
Energie-Landesrat Dr. Stephan Pernkopf: „Früher wurde dieser Tank für Lagerung von fossiler Energie benutzt. Heute wird bei Stromspitzen hier Energie sinnvoll gespeichert und das Strom-Netz stabilisiert, somit ein schönes und vor allem symbolträchtiges Zeichen für die Energiewende in Niederösterreich.“
 
Durch den Einsatz des „Energiewandlers“ werden in Zukunft rund 1 Mio. m3 Erdgas eingespart und damit rund 2.500 Tonnen CO2 pro Jahr vermieden.

Erneuerbare Energien und Herausforderung der Netzstabilität

Durch den intensiven Ausbau erneuerbarer Energieträger ist der Anteil an der Gesamtenergieproduktion in den letzten Jahren auf ein beachtliches Maß gestiegen.

In Niederösterreich werden bereits große Teile des Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien gedeckt. Dies führt an sonnigen und/oder windigen Tagen immer öfter dazu, dass das Stromangebot die Stromnachfrage überschreitet. Dieses Ungleichgewicht bringt die Netzstabilität und damit die Versorgungssicherheit unter Druck.

Damit stellt sich die Frage nach dem sinnvollen Einsatz dieser Überproduktion. Auch das Thema Speicherung spielt dabei eine wichtige Rolle. Der Energiewandler leistet in diesen zwei Schlüsselfragen bei der Umstellung unseres Energiesystems seinen Beitrag: einerseits wird überschüssige Energie sinnvoll gespeichert, andererseits wird das Strom-Netz stabilisiert.