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27.01.2012 | 21:40 |
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Karl Markovics' "Atmen" räumt ab
(© HERBERT PFARRHOFER)
Karl Markovics hat mit seinem Regiedebüt "Atmen" bei der zweiten Ausgabe des Österreichischen Filmpreises abgeräumt:

Stilvoll und kurzweilig ist die zweite Ausgabe des Österreichischen Filmpreises gestern, Freitag, Abend in den auf Londoner Industrie-Chic gestylten Wiener Rosenhügelstudios über die Bühne gegangen - und sie hat einen großen Triumph für Neo-Filmemacher Karl Markovics gebracht. Sein Regiedebüt "Atmen" errang nicht zuletzt die Auszeichnungen für den besten Spielfilm, die beste Regie und das beste Drehbuch und blieb in allen sechs nominierten Kategorien erfolgreich. Während auch Michael Glawogger mit seinem Dokumentarfilm "Whores' Glory" allen Grund zur Freude hatte, blieben Markus Schleinzers Debüt "Michael" und Elisabeth Scharangs "Vielleicht in einem anderen Leben" hinter den Erwartungen zurück.

In knapp der Hälfte der insgesamt 13 Kategorien durfte das Team von "Atmen" jubeln, was den frech-charmanten Moderator Rupert Henning zum Abschluss der Gala dazu verleitete, sich von den "heurigen Karl-Markovics-Festspielen" zu verabschieden. Dass der Abend ganz im Zeichen des charismatischen Schauspielers und Regie-Neulings stand, hing auch damit zusammen, dass er bereits zu Beginn der Zeremonie als Präsident der Akademie des Österreichischen Films gemeinsam mit der Regisseurin Barbara Albert vor mehr als doppelt so vielen Gästen wie im Vorjahr die Begrüßungsworte sprach - und später augenzwinkernd mit dieser Überschneidung kokettierte: "Es hat Vorteile, Präsident der Akademie zu sein."

Tatsächlich werden die Preise jedoch, vergleichbar mit den Oscars oder den Europäischen Filmpreisen, in einem anonymen Verfahren von den mittlerweile mehr als 200 wahlberechtigten Mitgliedern der Akademie vergeben. Und da kann es dann auch passieren, dass fünffach nominierte Filme wie "Michael" oder "Vielleicht in einem anderen Leben" trotz ihrer Mitfavorisierung am Ende mit nur je einer der von VALIE EXPORT designten Statuetten nach Hause gehen. Schleinzer durfte seinem Ton-Team Veronika Hlawatsch, Klaus Kellermann und Bernhard Maisch gratulieren, Scharang ihrer Hauptdarstellerin Ursula Strauss. Ebenfalls eine Auszeichnung durfte sich Christoph Kanter für das Szenenbild des Kinderfilms "Hexe Lilli - Die Reise nach Mandolan" abholen.

Je zwei Preise gab es für Wolfgang Murnbergers "Mein bester Feind" und Glawoggers "Whores' Glory". Während Murnbergers Film für die beste Maske (Martina List) und das beste Kostümbild (Barbara Fröhlich, Michaela Oppl) geehrt wurde, durfte sich Glawoggers Kameramann Wolfgang Thaler ebenso über eine der stufenförmigen Spiralskulpturen freuen wie der Regisseur und seine Produzenten selbst über die Auszeichnung für die beste Doku. Glawogger erzählte dabei von einem kürzlichen Besuch in einem DVD-Laden in Belgrad, in dem seine eigenen Filme als nicht einordenbar eingestuft gewesen seien: "Ich bin stolz, dass ich in einem Land lebe, das Filme herstellt, die man nicht einordnen kann."

Sehr wohl einzuordnen war jedoch offenbar die Leistung von Karl Markovics und seinem Team, das für die beste Musik (Herbert Tucmandl), den besten Schnitt (Alarich Lenz), den besten Darsteller (Thomas Schubert) sowie für das beste Drehbuch und die beste Regie (jeweils Markovics) ausgezeichnet wurde. Der Preis für den besten Spielfilm an Markovics' Produzenten Dieter Pochlatko und Nikolaus Wisiak komplettierte schließlich eine rundum gelungene Veranstaltung für den österreichischen Film. "Sollte es Ihnen wieder einmal so gehen wie Karl Valentin - 'bin in mich gegangen, war auch nichts los' - dann gehen Sie doch ins Kino und schauen sich einen Film an", machte Markovics schließlich noch ein bisschen Werbung. "Am besten einen österreichischen, dann haben wir alle was davon."




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