Erstellt am 16. Oktober 2015, 16:25

von APA/Red

209.183 Tiere für Versuche verwendet. Im Vorjahr wurden 209.183 Tiere bei Tierversuchen verwendet. Das liegt geringfügig über dem Niveau von 2013 (208.559).

 |  NOEN, APA (Archiv/Techt)

Nach einem Höchststand von mehr als 220.000 Versuchstieren im Jahr 2008 ist die Zahl der Tierversuche bis 2012 (184.610) kontinuierlich gesunken, steigt aber aufgrund von Änderungen in der Erfassung im neuen Tierversuchsgesetz (TVG) 2012 seither wieder an.

Das neue TVG sieht vor, dass Tierversuche in vier Schweregrade eingeteilt werden. Als Schweregrad eins stuft das Gesetz sogenannte Terminalversuche ein, die gänzlich unter Vollnarkose durchgeführt werden, aus der das Tier nicht mehr erwacht. 2014 wurden drei Prozent aller Tierversuche (rund 5.000 Tiere) so bewertet.

57 Prozent bzw. rund 120.000 der 2014 durchgeführten Tierversuche wurden mit dem Schweregrad "gering" eingestuft. Das bedeutet "kurzfristig geringe Schmerzen, Leiden oder Ängste", oder Versuche ohne wesentliche Beeinträchtigung des Wohlergehens oder des Allgemeinzustands der Tiere. Als Beispiel nannte Regina Binder vom Institut für Tierhaltung und Tierschutz der Veterinärmedizinischen Universität Wien kürzlich vor Journalisten Ohr- oder Schwanzspitzenbiopsien.

Bei rund einem Drittel (30 Prozent bzw. 63.000 Tiere) wurde der Schwergrad "mittel" genannt. Das sind Versuche, die "kurzzeitig mittelstarke Schmerzen, Leiden oder Ängste oder lang anhaltende geringe Schmerzen" verursachen. Dies ist laut Binder etwa bei chirurgischen Eingriffen unter Narkose mit mittelschweren postoperativen Schmerzen der Fall.

83 Prozent der Versuchstiere sind Mäuse

Als "schwer" wurden rund zehn Prozent (21.000 Tiere) der Tierversuche eingestuft, das bedeutet "starke Schmerzen, schwere Leiden oder Ängste oder lang anhaltende mittelstarke Schmerzen, Leiden oder Ängste". Als Beispiel dafür nannte Binder Xenotransplantationen (Verpflanzungen artfremder Gewebe) oder die vollständige Isolierung geselliger Tiere über einen längeren Zeitraum.

Von den 209.000 Versuchstieren 2014 waren 83 Prozent Mäuse (175.000 Tiere). Größere Tiergruppen waren weiters Zebrafische (8.600), Kaninchen (8.200), Ratten (5.700), Schweine (3.600) und Hühner (2.100).