Erstellt am 19. September 2015, 13:32

Attraktion am Bauernhof: Acht Strauße. Familie Halmer hat den „Größten Vogel!“ Im Mostviertel fühlen sich acht Strauße sehr wohl. Deswegen sollen es ab Herbst mehr werden.

Als Lohn und Dank für die frisch gelegten Eier und für die Federn zum Schmuckbasteln fütterten die Teilnehmerinnen der Ferienbetreuung Verena und Valerie die Strauße unter der Aufsicht von Andrea Halmer mit leckeren Weizenkörnern.  |  NOEN, Marcel Ertl

Lange vor dem Komponisten Johann Strauß war Familie Strauß schon vor den Toren Wiens ansässig. Fossile Eischalen- und Knochenfunde belegen: Vor Tausenden Jahren waren bei ähnlichen Klimabedingungen wie heute im Raum Wien große Bestände von Vogelstraußen heimisch. Wann der Strauß in Europa ausgerottet wurde beziehungsweise keinen Lebensraum mehr hatte, ist allerdings nicht bekannt.

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Besucht man den Straußenhof der Familie Halmer, so scheint es, als hätte der größte lebende Laufvogel wieder Gefallen an seiner urzeitlichen Heimat gefunden. Neben einer Milchwirtschaft mit rund 20 Kühen können seit mittlerweile neun Jahren acht Strauße, zwei Männchen und sechs Weibchen, Oberndorf an der Melk ihr Zuhause nennen. „Ab Herbst soll noch eine Gruppe von drei Weibchen und einem Männchen dazukommen“, verrät Andrea Halmer, Mutter zweier Töchter und Chefin des Familienbetriebs. Laut ihr haben die Strauße mit winterlichen Minusgraden kein Problem, sie passen sich den verschiedenen Klimabedingungen an und leben das ganze Jahr über in ihren Offenstallungen.

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In der hofeigenen Kreativwerkstätte gibt es neben hübschem Schmuck aus Federn und Eierschalen auch leckere Köstlichkeiten wie Straußennudeln, Straußenschokolade mit Orangengeschmack und natürlich Straußeneierlikör. Die sechs Straußenhennen sorgen für reichlich Nachschub, denn eine Straußenhenne kann vom zweiten Lebensjahr bis zum vierzigsten Lebensjahr zwei bis drei Eier pro Woche legen. Wenn man bedenkt, dass ein Ei ungefähr 24 bis 28 Hühnereiern entspricht und dabei sogar cholesterinärmer ist, ist ein gesundes Omelett in großer Runde nahe liegend. Ein Ei reicht für bis zu vier Personen.

Zusammen mit ihrem Mann Josef Halmer entwickelt Andrea immer wieder neue Produkte aus den Eiern der bis zu drei Meter hohen Vögel. Selbst Seifen, aus einem Gemisch aus Straußeneidotter und Stutenmilch, gibt es.

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Diese Innovationsfreude war auch ausschlaggebend für die zusätzliche Bewirtschaftung des Hofes durch eine Straußenzucht. Relativ schnell wurde beschlossen, den Hof auszubauen. „Wir sind drei Mal schauen gefahren und beim dritten Mal haben wir sie mitgenommen“, strahlt Frau Halmer, man wollte „etwas Neues machen“. Natürlich hatte man sich davor genau erkundigt und stand mit Kollegen des Straußenzuchtvereins in regem Austausch. Mittlerweile sind sie selbst Experten in Straußenfragen geworden. Das anfänglich belächelte Projekt wurde schnell zur Attraktion und akzeptiert. „Die Leute aus der Umgebung haben sich gedacht, wir haben einen Vogel, Strauße mitten im Mostviertel zu bewirtschaften.“

Heute kommen das ganze Jahr über zahlreiche Busse mit Kindern und Interessierten zum „Schule am Bauernhof“ zertifizierten Betrieb, um nach telefonischer Vereinbarung an Führungen teilzunehmen, die Strauße zu füttern und die Älteren auch zum Eierlikörverkosten.

Neben den Führungen gab es diesen Sommer auch eine Kinderferienbetreuung. Beim Basteln mit Straußeneierschalen und beim Schreiben mit Straußenfedern lernen die Kinder, die Rohstoffe der Strauße zu verarbeiten.
Jedes Jahr gibt es Osterausstellungen sowie zahlreiche Veranstaltungen und Märkte, an denen die Halmers mit ihren Produkten anzutreffen sind. Im nächsten Jahr wird es auch eine Ferienwohnung geben, in der sich dann beim Urlaub am Bauernhof einiges erleben lässt. Am 24. und 25. Oktober finden die Tage der offenen Türe und samstags sogar eine Einkaufsnacht mit anschließendem Lichterfest statt. Jeder ist herzlichst eingeladen vorbeizukommen.

Mehr dazu finden Sie unter:  www.straussenhof-halmer.at