Erstellt am 12. Oktober 2015, 08:34

Wie legen die Österreicher ihr Geld im Oktober 2015 an?. Die Österreicher und Österreicherinnen sparen zwar angesichts der Krise nicht mehr so viel wie früher, aber genau aus diesem Grund ist die korrekte Wahl der Geldanlage umso bedeutender.

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Laut der österreichischen Nationalbank betrug die Sparquote im Jahr 2011 nur mehr 7,5 % des Gesamteinkommens. In den letzten Jahren ist dieser Wert noch weiter gefallen und lag eher bei 6,5 % der Haushaltseinkommen. Im Vergleich dazu lag die Quote im Jahr 2005 noch auf 9,5 %.

In der Alpenrepublik stehen sichere Anlageformen eindeutig hoch in der Gunst der Bevölkerung. Im Jahr 2011 entfielen nur 21 % des gesamten Sparvermögens auf Wertpapiere. Die volkstümlichen Tresore Matratze und Kopfkissen stellen aber ebenfalls keine bevorzugte Alternative dar. Lediglich 4 % des Sparaufkommens wurde als Bargeld in den Wohnungen und Häusern versteckt.

Sehr sicher aber dafür auch sehr langfristig sind die Lebensversicherungen. Doch viele Österreicher scheuen sich vor den hohen Gebühren in den ersten Jahren. Außerdem kann das Geld in einer entsprechenden Versicherung nur sehr schwer liquide gemacht werden. Aus diesen Gründen stecken nur 20 % des österreichischen Privatvermögens in den sicheren Lebensversicherung. Auf dem Spitzenplatz rangieren ganz eindeutig Sparkonten bei diversen Banken mit 42 %. Die Österreicher lieben auch in finanziell angespannten Zeiten einfach noch ihr Sparbuch.

Die Vorteile von Sparkonten und ein Wermutstropfen

Diese Vorzugshaltung gegenüber Tagesgeldkonten und Festgeldkonten, wie die modernen Sparbücher benannt sind, lässt sich leicht erklären. Zum einen rentiert sich diese Geldanlage schon bei vergleichsweise geringen Beträgen. Die verschiedenen Hausbanken empfehlen ein Aktiendepot beispielsweise erst ab einem Betrag von grob € 10.000. Im Jahr 2011 konnte die österreichische Nationalbank (ÖNB) 19 Millionen Sparkonten ermitteln, welche maximal diesen Betrag aufwiesen.

Zum zweiten können diese Sparformen als relativ liquide angesehen werden. Bei einem Festgeld-Vertrag können sich bei früherer Behebung zwar die Zinsen nachträglich verringern, aber der eingezahlte Betrag bleibt erhalten. Durch die Gebühren liegt der Rückkaufwert von Lebensversicherungen in den ersten fünf bis acht Jahren weit unter der Summe der eingezahlten Beträge. Also schneidet hier selbst das Festgeldkonto noch vergleichsweise rentabel ab. Die Benennung Tagesgeldkonto lässt zudem auf die tägliche Verfügbarkeit des Kapitals schließen. Die Österreicher und Österreicherinnen bevorzugen diese Flexibilität als eine Art Sicherheit, denn eine unerwartete Ausgabe kann jederzeit entstehen und in diesen Fällen sollen die eigenen Finanzmittel zumindest teilweise verfügbar sein.

Die eigentliche Sicherheit gehört ebenso zu den Vorteilen der Sparkonten. Der Investor oder die Investorin müssen keine tiefgehenden Kenntnisse über den Aktienmarkt oder gar Derivate besitzen um ihr Geld auf diese Weise zu veranlagen und Spekulationsverluste zu vermeiden.

Nur ein wesentlicher Nachteil darf nicht übersehen werden. Gerade in der jetzigen Niedrigzinsphase sind die Renditen auf Sparkonten besonders gering. Vielleicht erklärt sich durch diesen Umstand auch der geringere Sparanteil der letzten Jahre. Doch es gibt noch lukrative Konditionen auf dem Markt – sie müssen nur entdeckt werden.

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Die besten Konditionen für das Sparen in Österreich

Angesichts der österreichischen Präferenz gegenüber Sparkonten verwundert es kaum, dass kluge, einheimische Investoren auch im Oktober 2015 nach den besten Zinsen ihn diesem Bereich suchen. Die Konditionen der eigenen Hausbank sind in dieser Hinsicht leider oft mickrig. Nach dieser Erkenntnis beginnt die Suche im Netz. Dort stellen sich die Zinsangebote als weit höher heraus. Einige Direktbanken empfehlen sich dabei durch ihre Angebote. Bei den unterschiedlichen Laufzeiten, von täglich fällig bis hin zu einer Bindung von fünf Jahren tauchen immer wieder die gleichen Namen auf.

Dazu zählen die Renault Direkt Bank aus Frankreich mit 1 % p.a. auf Tagesgeld oder 1,65 % p.a. bei 3 Jahren Laufzeit und einer Mindestsumme von 2.500 Euro. Die Denizbank AG aus Österreich fordert nur eine Mindesteinlage von 1.000 Euro bei 2-jähriger oder 3-jähriger Bindung und bietet dafür 1,45 % bzw. 1,55 % an. Für Sparer auf der Suche nach eher kurzen Fristen glänzt das niederländische Institut Moneyou mit einem täglich fälligen Angebot von 1,1 % und bei 6-monatiger Bindung mit 1,2 %, sofern sich mindestens 500 Euro auf dem Sparkonto befinden.

Einige Gründe sprechen auch für die österreichische Tochter der spanischen Santander Consumer Bank. Hier wird im Gegensatz zu anderen Anbietern keine Mindesteinlage gefordert und gleichzeitig befinden sich bis zu einer Laufzeit von 24 Monaten die Zinsen immer in Top-Vergleichspositionen. Bei einer Festgeld-Bindung von 24 Monaten zeichnet sich die Bank mit Sitz in Wien sogar als Bestbieter aus. Hier werden 1,6 % p. a. offeriert. Das ist ein Aufschlag auf den derzeitigen Hauptrefinanzierungssatz (Oktober 2015) von 1,55 %.

Damit bietet die spanische Direktbank so viele Habenzinsen, wie von Personen mit einwandfreier Bonität als Sollzinsen im Bereich Baukredit verlangt wird. So lässt sich für jede Bindungspräferenz und Einlagenhöhe ein ideales Angebot finden. Diese Tatsache spielt dem Sparverhalten der Österreicher sogar in Zeiten niedriger Zinsen in die Hände.

www.oenb.at/docroot/risiko_ertrag/wissensboerse/factsheets-sparen_und_geldvermoegen.html

www.santanderconsumer.at