Erstellt am 04. November 2015, 17:34

Arbeitsschutz in Österreich. Trotz sinkender Tendenz ist die Anzahl der Arbeitsunfälle dennoch hoch. Mit entsprechenden Arbeitsschutzmaßnahmen kann man jedoch die Risiken eines Arbeitsunfalls minimieren.

Sicherheitsschuhe stellen eine wichtige Arbeitsschutzmaßnahme dar - andernfalls drohen mitunter schwere Verletzungen.  |  pixabay.com, succo (CC0-Lizenz)

In Österreich sind im Jahr 2014 insgesamt 123.193 Arbeitsunfälle von der Statistik verzeichnet. Mit 108.572 Arbeitsunfällen im engeren Sinn (mit 155 Todesfällen), 101 Wegunfällen (mit 37 Todesfällen) und 1.520 Berufskrankheiten (mit 123 Todesfällen) sind die Arbeits- und Wegeunfälle seit dem Jahr 1994 bis zu circa 44% zurückgegangen.

Arbeitsschutz - was regelt der Gesetzgeber?

Das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) beinhaltet Schutzvorschriften nach Angaben des Sozialministeriums, die dem Arbeitsschutz der Arbeitnehmer dient. Das ASchG gliedert sich dabei in unterschiedliche Bereiche:

  • Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz: In Bezug auf die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz regelt das ASchG technische und arbeitshygienische Schutzvorschriften, die Unfallgefahren, arbeitsbedingte Erkrankungen und Berufskrankheiten oder Dauerschäden vermeiden sollen. Laut dem ASchG sind die Arbeitgeber dazu verpflichtet, die Arbeitsplätze und -Vorgänge entsprechend den Grundsätzen der Gefahrenverhütung zu gestalten. Dazu zählen zum Beispiel die Vermeidung von Risiken, die Berücksichtigung des technischen Stands, die Abstellung oder Reduzierung von Gefahrenmomenten oder die Planung der Gefahrenverhütung. 
  • Verwendungsschutz: Der Verwendungsschutz ist ein Teilgebiet des ASchG, der spezielle Schutzbestimmungen für bestimmte Gruppen wie Kinder, Jugendliche oder werdende/stillende Mütter regelt. Außerdem sind hier beispielsweise auch die Regelungen zu Arbeitszeit und Arbeitsruhe enthalten.

Abhängig von der Branche und der Tätigkeit setzen die Arbeitgeber unterschiedliche Arbeitsschutzbestimmungen um, damit Arbeitsunfälle vermieden werden:

  • Fluchtwege - Verkehrswege (zum Beispiel Notausgang oder Sicherheitsbeleuchtung zum schnellen Verlassen der Arbeitsstätte im Fall einer Gefahr),
  • Klima – Lüftung (Temperaturen in Räumlichkeiten),
  • Arbeitsplätze (sind so zu gestalten, dass die Arbeitnehmer möglichst ohne Gefahr ihre Arbeit durchführen können). 

Was sollten Arbeiter selbst beachten?

Während Tätigkeiten am Arbeitsplatz im Büro in der Regel weniger zu Gefahren führen, sind technische und handwerkliche Tätigkeiten normalerweise mit größeren Risiken behaftet. Das ASchG regelt zwar, dass die Arbeitgeber möglichst gefahrlose Arbeitsplätze und –Abläufe schaffen. Doch auch die Arbeitnehmer selbst können zur Gefahrenvermeidung beitragen. Hier steht die entsprechende Schutzkleidung im Vordergrund, bei der auf eine gute Qualität geachtet werden sollte.

Schutzkleidung am Arbeitsplatz

Abhängig von der Branche und dem Beruf kann die Schutzkleidung bereits in Sicherheitsschuhen, Warnkleidung oder einer Schutzbrille liegen. Weitere Schutzkleidung am Arbeitsplatz sind beispielsweise

  • Maschinenschutzanzüge,
  • Chemikalienschutzanzüge,
  • Schweißerschutzanzüge,
  • Feuerwehrkleidung oder
  • Schutzkleidung gegen Kälte. 

Schutzkleidung bei Arbeiten zu Hause

Wer zu Hause Tätigkeiten wie Reparaturen oder Bauarbeiten selbstständig durchführt, ist unterschiedlichen Gefahren ausgesetzt. Tätigkeiten, bei denen Maschinen wie Säge oder Bohrer verwendet werden, können trotz richtiger Verwendung enorme Risiken mit sich bringen. Daher sollte bei diesen Arbeiten eine Schutzbrille getragen werden, damit zum Beispiel mögliche Splitter nicht die Augen verletzten.

Unabhängig von der Art der Schutzkleidung sollte beim Kauf jederzeit auf eine gute Qualität geachtet werden. Wer an der Qualität spart, muss unter Umständen später dafür teuer bezahlen. Der bekannte Ausrüster Engelbert-Strauss zeigt dabei beispielsweise, dass Qualität und gutes Design sich nicht ausschließen müssen.

Arbeitsschutz besitzt auch in Zukunft große Bedeutung

Seit dem Jahr 1994 ist die Zahl der Arbeits- und Wegeunfälle deutlich zurückgegangen. Durch unterschiedliche Arbeitsschutzbestimmungen hat der Gesetzgeber zwar Pflichten für den Arbeitgeber in Bezug auf die Sicherstellung des Arbeitsschutzes geregelt, dennoch können die Gefahrenquellen und Arbeitsunfälle nicht vollständig vermieden werden. Um das Risiko von Arbeitsunfällen zu mindern, sollte daher nicht nur durch den Arbeitgeber auf Schutzmaßnahmen zurückgegriffen werden. Auch der Arbeitnehmer sollte (aus eigenem Interesse) seinen Beitrag leisten.