Erstellt am 08. September 2015, 09:48

von Thomas Schindler

85-Jährige voreilig aus Spital entlassen?. Obwohl Pensionistin wegen Knie-Schmerzen nicht gehen kann, wurde die alleinstehende Frau nach Hause geschickt.

Im Landesklinikum Mistelbach wurde die betagte Frau aus dem Bezirk Gänserndorf behandelt, entlassen und wieder stationär aufgenommen. Foto:  |  NOEN, zVg

Die 85-jährige Augustine A. (Name der Redaktion bekannt) aus dem Bezirk Gänserndorf ist verwitwet und lebt alleine in ihrem Einfamilienhaus. Dreimal am Tag kommt die Volkshilfe, um die gebrechliche und zeitweise verwirrte Pensionistin zu betreuen.

Heimhilfe alarmierte daraufhin Rettung

Kürzlich konnte Augustine A. nicht mehr selbst aufstehen, weil ihr Knie extrem schmerzte. Die Heimhilfe alarmierte daraufhin die Rettung, die die betagte Frau ins Mistelbacher Krankenhaus brachte, wo sie auch stationär an der orthopädischen Abteilung aufgenommen wurde.

„Das war an einem Freitagabend“, erinnern sich die Tochter und die Schwester von Augustine A. „Die Ärzte versicherten uns, dass sie erst entlassen wird, wenn das Knie-Problem behoben ist.“

Völlig überraschend und ohne Vorwarnung, so die Familienangehörigen, wurde die Patientin vier Tage später, nämlich Dienstagmittag, entlassen und mit dem Rettungsdienst nach Hause chauffiert. „Obwohl sie zu diesem Zeitpunkt aufgrund der Schmerzen noch immer nicht gehen konnte“, ärgern sich Tochter und Schwester.

Laut Angehörigen war Patientin nicht mobil

Am Dienstagabend alarmierte die Heimhilfe erneut die Rettung und Augustine A. wurde abermals ins Krankenhaus Mistelbach gebracht, wo sie erneut stationär aufgenommen wurde. Die Familienangehörigen sind empört: „Was soll das Ganze? Warum hat man sie entlassen, obwohl sie noch gar nicht mobil war?“

Was sagt nun die NÖ Landeskliniken-Holding zu den Vorwürfen? „Die Patientin wurde entsprechend behandelt und nachdem sich die Beschwerden gebessert hatten, am Dienstag entlassen. Um die beste Versorgung für die Patientin auch nach der Entlassung sicherzustellen, gab es ein Telefongespräch zwischen dem diensthabenden Oberarzt und den Angehörigen.“

Außerdem sei die Entlassungsmanagerin des Landesklinikums eingeschaltet worden, die der Familie alle notwendigen Informationen und weiteren Schritte für die optimale Betreuung der Patientin nach dem Krankenhausaufenthalt zur Verfügung stellte, so die Landeskliniken-Holding abschließend.