Erstellt am 14. April 2016, 05:04

von Edith Mauritsch

87,6 Prozent gegen Vertragsänderung. olksbank-Marchfeld-Eigentümer stimmen gegen Vorstufe des Zusammenschlusses.

Betriebsrat Reinhard Hager-Albrecht, Betriebsratsvorsitzender Wilhelm Schindler, AR-Vorsitzender-Stv. Rudolf Busam, Wolfgang Schauer (VB Wien), AR Thomas Fally, Erich Fellner, AR-Vorsitzende Andrea Seidl, AR Georg Klöckler, Hartwig Trunner, AR Ernst Karpfinger, AR-Vorsitzender-Stv. Johann Fürhacker, AR Günther Nagl und AR Hannes Theuringer (v.l.).  |  NOEN, Mauritsch
Nur drei Tagesordnungspunkte umfasste die Agenda der außerordentlichen Generalversammlung der Volksbank Marchfeld. Dass trotzdem fast drei Stunden benötigt wurden, lag am Thema und dem vehementen Widerstand der Eigentümer.

De facto ging es um einen weiteren Schritt zur Zusammenfassung des Volksbanken-Sektors in acht große Regionalbanken sowie damit verbundene aufsichtsrechtlich geforderte Änderungen. Zum Hintergrund: Das durch „unglückliche“ Investitions-Engagements (Kauf der Invest- und Kommunalkredit) in die roten Zahlen abgerutschte Spitzeninstitut ÖVAG brauchte staatliche Hilfe, eine der Bedingungen war die Konsolidierung des gesamten Volksbanken-Verbunds. Die in diesem Zusammenhang erstellten „Verbundverträge“ aus 2014 bedurften nun einer entsprechenden Änderung.

Erregte Gemüter: Eigentümer sehen Besitz fremdbestimmt 

In der anschließenden Diskussion fielen deutliche Aussagen. Conclusio: Die Eigentümer der Volksbank Marchfeld sehen ihren Besitz, weil seitens der Aufsichtsbehörden als alternativlos und mit beträchtlichem Druck vorgegeben, fremdbestimmt und das erregt die Gemüter.

Sogar der Vorstandsdirektor der Volksbank Wien, Wolfgang Schauer, war herbeigeeilt, um Schönwetter zu machen und die Notwendigkeit des Zusammenschlusses zu betonen. Genützt hat es nichts, das Votum fiel mit 87,6 Prozent Gegenstimmen noch klarer aus als vergangenes Jahr. Für die Gültigkeit des Beschlusses wäre eine Dreiviertelmehrheit nötig gewesen.

Mitglied Gerhard Schönner: „Wir brauchen eine regionale Bank, die kleine und mittlere Betriebe unterstützt. Zentralisierungen haben so noch nie etwas gebracht. Es wäre besser, die Vorschriften zu durchforsten und die kleinen Banken und Betriebe nicht mit überbordender Bürokratie zu belasten.“

Wie es nun weitergeht, weiß niemand. Die alten Verbundverträge laufen mit Ende Juni aus. Wie dann regulatorische Vorschriften erfüllt werden können und ob das Rechenzentrum noch zur Verfügung steht, ist unklar. Fakt ist, dass die Volksbank Marchfeld wirtschaftlich auf sehr gesunden Beinen steht.