Erstellt am 16. März 2016, 05:04

von Thomas Schindler und Nina Wieneritsch

Ära Lutzky zu Ende. Rotkreuz-Bezirksstellenleiter Otmar Lutzky erhielt keine absolute Mehrheit. Jetzt muss noch einmal gewählt werden.

Der (ehrenamtliche) Gänserndorfer Rotkreuz-Bezirksstellenleiter Otmar Lutzky bleibt bis zur Neuwahl im Amt.  |  NOEN, NÖN

Alle fünf Jahre wählen die stimmberechtigten Mitglieder der Rotkreuz-Bezirksstellen ihre ehrenamtlichen Funktionäre. In Gänserndorf ging dieser Urnengang am Freitag über die Bühne – und endete mit einem Paukenschlag: Der bisherige Bezirksstellenleiter Otmar Lutzky, der als einziger für diese Funktion kandidiert hatte, erhielt keine absolute Mehrheit. Er gilt daher als nicht gewählt.

Lutzkys Stellvertreter Guido Spira und Norbert Kaiser hingegen wurden wiedergewählt. Fünf weitere Kandidaten nahmen die Wahl nicht an – nämlich der Kassier, Kassier-Stellvertreter, Schriftführer, Schriftführer-Stellvertreter sowie einer der beiden Rechnungsprüfer. Wie geht es nun weiter? Gemäß der Geschäftsordnung muss der Wahlvorgang nun neu gestartet werden. Mit einer Neuwahl der nicht gewählten bzw. nicht angenommenen Funktionen wird voraussichtlich bis Ende Mai gerechnet.

Handlungsfähigkeit weiterhin voll gegeben

„Die Mannschaft hat gewählt, das Ergebnis ist zu respektieren. Was es jetzt braucht, ist ein weiteres Statement der Mannschaft in Form einer Wahlempfehlung an den Bezirksstellenausschuss“, erklärt Rotkreuz-Geschäftsführer Wolfgang Antos, der sich selbst vom Ergebnis etwas überrascht zeigt. Die Handlungsfähigkeit der Bezirksstelle ist weiterhin voll gegeben. Die bestehenden Funktionäre bleiben bis zur Neuwahl im Amt.

Warum Lutzky, der am 18. März seinen 62. Geburtstag feiert, nicht die nötigen Stimmen erhielt, lässt sich nur erahnen. Der ehemalige Bürgermeister von Prottes und Mittelschullehrer soll beim Roten Kreuz ein strenges Regiment führen, was manchen der freiwilligen und unbezahlten Rettungskräften nicht immer „geschmeckt“ haben dürfte.


Interview mit Otmar Lutzky

Die Gänserndorfer Rotkreuz-Bezirksstelle wählte ihre Funktionäre. Leiter Otmar Lutzky erhielt dabei, für viele überraschend, nicht die absolute Mehrheit. Nun muss neu gewählt werden. Im NÖN-Gespräch erläutert Lutzky mögliche Gründe dafür. Mehr zur Wahl auf Seite 3.

NÖN: Wieso glauben Sie, nicht die absolute Mehrheit bekommen zu haben?
Lutzky: Wenn man für Qualität eintritt, kann man sich mit seinen Entscheidungen nicht nur Freunde machen. Das Rote Kreuz Gänserndorf ist höchst erfolgreich – etwa was den Fuhrpark, die Aktivitäten oder die „Team Österreich Tafel“ betrifft. Der Unterschied zur Privatwirtschaft ist, dass Mitarbeiter den Chef abwählen können, obwohl es gut läuft. Ich habe viel Zeit ins Rote Kreuz investiert, muss den Ausgang der Wahl aber zur Kenntnis nehmen.

Werden Sie wieder kandidieren?
Das entscheiden die Gremien – der Ausschuss muss einen Vorschlag abgeben. Ich bin mir aber sicher, dass das Rote Kreuz auch weiterhin höchst erfolgreich sein wird.