Erstellt am 06. Januar 2016, 05:03

von Stefan Havranek und Erwin Nussbaum

Ärger über Stromausfälle. Christoph Unger aus Andlersdorf musste um die Weihnachtszeit drei Mal auf Elektrizität verzichten – und konnte mit seiner hochschwangeren Frau nicht aus der Garage.

Stromausfälle um die Weihnachtszeit sorgen für Ärger.  |  NOEN, Shutterstock/ Sandr (Symbol)

„Wie kann es sein, dass wir uns rühmen, in Österreich eine tolle Stromversorgung zu haben, aber in den jüngsten zwei Wochen im Marchfeld mit drei Stromausfällen zu ungünstigsten Zeiten zu rechnen hatten? Jedes Mal dauerte es zwei Stunden, bis der Strom wieder verfügbar war. Dieses Einzugsgebiet dürfte für den Netzbetreiber anscheinend nicht von enormer Wichtigkeit sein“, ärgert sich Christoph Unger aus Andlersdorf.

Stromausfall am Heiligen Abend

Er berichtet von drei Anlassfällen: Am 19. und 24. Dezember sowie am 2. Jänner gab es jeweils für zwei Stunden keine Elektrizität. Sind Stromausfälle an sich schon keine angenehme Sache, ist seine Situation noch prekärer: „Meine Frau war am 19. Dezember hochschwanger und wir waren von 12 bis 14 Uhr nicht mal in der Lage, die Garage zu verlassen, weil es zwei Stunden keinen Strom gab. Und ein fünf Meter breites Sektionaltor machen Sie nicht so schnell mit der Hand auf – schon gar nicht als Hochschwangere.“

Aber damit nicht genug, just am Heiligen Abend, zwischen 15 und 17 Uhr, ging wieder nichts: „Wir mussten den Christbaum für unseren 4-jährigen Sohn bei Kerzenlicht aufputzen.“ Und am Vormittag des 2. Jänner wurde es wieder dunkel: „Sind wir hier in einem Entwicklungsland? Natürlich wieder so gut zeitlich organisiert, dass kein Kochen möglich, kein Garagentor zu öffnen ist und wir mit unserem Neugeborenen nicht mal im Falle des Falles mal das Haus verlassen könnten, weil ja die Autos in der Garage stehen.“

Problem noch nicht vollständig gelöst

Auch mit dem Kundenservice des Stromversorgers ist Unger unzufrieden: „Es wäre von einem Unternehmen freundlich, Konsumenten darüber zu informieren, dass tagsüber ,Wartungsarbeiten‘ durchgeführt werden.“ Nach 20 Minuten in der Hotline-Warteschleife habe er aufgegeben: „Es hebt sowieso keiner ab.“

Die „Wiener Netze“ als Betreiber des Stromnetzes beruhigen: „Natürlich informieren wir Kunden über Wartungsarbeiten und würden diese auch nicht während der Feiertage durchführen. Den Stromausfällen liegt aber ein sehr diffiziles Problem in der Trafo-Station in Verbindung mit dem stürmischen Wetter zugrunde.“ Es sei bis dato zwar noch nicht gelungen, das Problem vollständig zu lösen, doch hofft man, dieses noch in dieser Woche aus der Welt zu schaffen.