Erstellt am 17. Februar 2016, 05:04

von Nina Wieneritsch

Ärztemangel: Zwei Stellen sind unbesetzt. In Gänserndorf sucht man Psychiater, in Groß-Enzersdorf wird es ab April keinen Kinderarzt mehr geben.

»Die Kinderversorgung ist in 90 bis 95 Prozent der Fälle von Allgemeinmedizinern abdeckbar«, so Bezirksärztevertreter Peter Kozlowsky.  |  NOEN, Shutterstock/Andrey_Kuzmin

Die NÖ Ärztekammer schlägt Alarm: Nach wie vor mangelt es an Medizinern. „Das Ergebnis ist leider wieder einmal besorgniserregend“, zieht der Präsident der NÖ Ärztekammer, Christoph Reisner, Bilanz.

„Von niederösterreichweit 15 offenen Stellen für Allgemeinmedizin gab es nur für fünf Stellen interessierte Ärzte. Noch trister sieht die Situation augenblicklich bei den Fachärzten aus. Für die vier ausgeschriebenen Facharztstellen hat sich nicht ein einziger Arzt interessiert.“ Zwei dieser Stellen warten im Bezirk Gänserndorf darauf, besetzt zu werden.

In der Bezirkshauptstadt ist eine Kassenstelle im Fach Psychiatrie seit Jahresbeginn unbesetzt, Groß-Enzersdorf sucht einen Nachfolger für die ab April unbesetzte Kinderarzt-Ordination. Bezirksärztevertreter Peter Kozlowsky: „Die Mangelsituation ist ein Fakt, liegt aber nicht in unserem Ermessen, sondern ist ein politisches Grundproblem.“

„Der Mangel ist ein Fakt, liegt aber nicht in
unserem Ermessen, sondern ist ein
politisches Grundproblem.“
Bezirksärztevertreter Peter Kozlowsky

Die medizinische Versorgung im Bezirk betreffend, kann Kozlowsky aber beruhigen: „Die Allgemeinmediziner sind präsent.“ Und: „Die Kinderversorgung ist in 90 bis 95 Prozent der Fälle von Allgemeinmedizinern abdeckbar“, so Kozlowsky. Eine Situation wie in Wien, wo erst kürzlich Aufregung über Engpässe bei der kinderärztlichen Versorgung herrschte, hält er in NÖ für undenkbar, weil hier – auch im Bezirk Gänserndorf – eine flächendeckende Rundumversorgung gewährleistet sei.

Trotzdem: In der Bezirkshauptstadt ist man auf der Suche nach einem Psychiater. Momentan gibt es eine einzige Ärztin, die Psychiatrie und Neurologie in Personalunion abdeckt, wegen des Patientenandrangs bestehe aber der Wunsch, eine eigene Psychiatrie-Stelle zu schaffen. Fazit: „Es hat sich im Bezirk im Prinzip nichts geändert, es ist aber auch nichts besser geworden“, so Kozlowsky.