Erstellt am 02. Dezember 2015, 05:03

von Thomas Schindler

Analyse: Einkommen stieg um 0,87 Prozent. Positiv ist, dass die Menschen im Bezirk jetzt mehr verdienen, trotzdem rangiert dieser an drittletzter Stelle.

Gänserndorfs Arbeiterkammer-Chef Robert Taibl: »Es freut mich natürlich, dass die Einkommen im Bezirk gestiegen sind. Dass aber die Ungleichheit zwischen Männer- und Frauen-Einkommen noch größer geworden ist, tut weh.«  |  NOEN, privat

Die NÖ Arbeiterkammer präsentierte die Ergebnisse ihrer Einkommensanalyse 2014. Für den Bezirk positiv: Hier stiegen die Einkommen im Vergleich zum Jahr 2013 um 0,87 Prozent. Das ist der beste Wert im gesamten Weinviertel (Gänserndorf, Mistelbach, Korneuburg und Hollabrunn).

Trotzdem liegt der Bezirk Gänserndorf niederösterreichweit nach Hollabrunn und Bruck/Leitha unverändert an drittletzter Stelle, was die Einkommenshöhe betrifft. Gänserndorfs AK-Chef Robert Taibl hat dafür folgende Erklärung: „Das Problem ist, dass wir nicht viele Arbeitsplätze und deshalb eine hohe Arbeitslosenquote im Bezirk haben. Außerdem gibt es bei uns kaum gut bezahlte Industrie-Arbeitsplätze.“

Taibl: "Ungleichheit noch größer geworden"

Das mittlere Einkommen in der Region betrug 1.732 Euro und lag damit um 14 Prozent unter dem niederösterreichischen Einkommensniveau. Frauen verdienten im Bezirk Gänserndorf nur 65,5 Prozent so viel wie Männer. Taibl: „Diese Ungleichheit ist sogar noch größer geworden. Das tut natürlich weh.“ So ist das Einkommen der Männer real um 0,45 Prozent gestiegen, während sich jenes der Frauen real um 0,29 Prozent verringerte.

Die Schere geht auch beim Vergleich der Einkommen von Angestellten und Arbeitern im Bezirk weit auf. Das mittlere Einkommen der Angestellten war um 37,6 Prozent höher – dieser Unterschied war in keinem anderen niederösterreichischen Bezirk so hoch.