Erstellt am 07. Oktober 2015, 04:47

von Nina Wieneritsch

Busfahrer nahm’s mit Halt nicht so genau. Weil Bus nicht stehenblieb, saß Frau am Bahnhof fest. Ihr Mann fackelte nicht lange und reichte Beschwerde ein.

Eine Frau verpasste am Angerner Bahnhof ihren Anschluss-Bus, »weil der Fahrer bei der Haltestelle nicht stehenblieb«.  |  NOEN, Symbol/ Shutterstock/ frankie's

Erbost meldete sich ein NÖN-Leser vergangene Woche in der NÖN-Redaktion. Der Grund: "Meine Frau kam am Samstag um 10. 54 Uhr mit einem Regionalzug aus Wien in Angern an und wollte mit dem Dr.-Richard-Bus, dessen Abfahrtszeit um 10.55 Uhr im Fahrplan steht, nach Ollersdorf weiterfahren.“ Der Bus sei bei der Haltestelle aber nicht stehengeblieben, weshalb sie diesen nicht erreichen konnte.

Beschwerde erfolglos

Der NÖN-Leser fackelte nicht lange: „Ich holte meine Frau vom Bahnhof ab und fuhr dem Bus nach, um dem Fahrer zu sagen, dass sein Verhalten nicht kundenfreundlich ist.“ Daraufhin habe dieser gesagt, man könne sich ja beschweren, was die verärgerten Fahrgäste auch prompt taten – allerdings erfolglos. „Es passiert sehr häufig, dass der Busfahrer, obwohl er sieht, dass der Zug gerade einfährt, die Fahrgäste nicht abwartet“, so der abgewiesene Beschwerde-Einbringer gegenüber der NÖN.

Vonseiten des Busunternehmens Dr. Richard heißt es diesbezüglich nur, dass man im Auftrag des Verkehrsverbundes Ost-Region (VOR) fahre. Dieser sei auch für die Fahrpläne verantwortlich.

VOR-Pressesprecher Georg Huemer: „Ein Umstieg in Angern ist derzeit zeitlich zu knapp, mit einer theoretischen Umstiegszeit von rund einer Minute geht sich das kaum aus. Die Dame müsste also die S-Bahn nehmen anstatt des Regionalzuges und verfügt damit auch zur genannten Zeitlage über eine gute Verbindung Wien – Ollersdorf.“ Für den kommenden Fahrplanwechsel würde aber geprüft, ob eine Adaptierung des Linienfahrplanes der Buslinie 494 möglich ist, um einen Umstieg vom Regionalzug in Angern zu ermöglichen. Und: „Wir werden mit dem Busunternehmen in Kontakt treten und Aufklärung bezüglich der beschriebenen Unhöflichkeiten verlangen.“